Das Wetter hat wenig Einfluss auf Covid-19

Dr. Karen Zoufal | 17.02.2021

Die Zunahme der Corona-Fälle über den Winter hat laut einer neuen Studie wenig mit dem Klima zu tun, sondern hängt eher davon ab, ob Menschen Schutzmaßnahmen wie das Tragen von Masken und Abstand zu anderen einhalten. Das schreiben Forscher in der Fachzeitschrift „Nature Communications“.
Abstandsregeln und andere Schutzmaßnahmen haben einen deutlich größeren Einfluss auf die Verbreitung des Coronavirus als das Klima. image.originalResource.properties.copyright

Klima und Immunität in der Bevölkerung spielen in der aktuellen Pandemie nur eine geringe Rolle, stellten die Forscher fest. Sie kamen zu dem Schluss, dass vielmehr gelockerte Maßnahmen in den Sommermonaten zu dem Ausbruch im Winter führten. „Unsere Ergebnisse sprechen dafür, dass laxe Kontrollmaßnahmen und wahrscheinlich auch Müdigkeit bei ihrer Einhaltung die Ausbrüche im Winter auslösten“, sagte Rachel Baker vom High Meadows Environmental Institute in Princeton.

Auch in Südafrika wurden von November bis Januar – den Sommermonaten des Landes – große Ausbrüche beobachtet. „Die höhere Inzidenz von Covid-19 in verschiedenen Umgebungen spricht für eine begrenzte Rolle des Klimas“, ergänzte sie.

Die Immunität auf Bevölkerungsebene ist trotz vorangegangener Ausbrüche vielerorts niedrig. Das bedeutet, dass es weiterhin zu größeren Ausbrüchen kommen kann, wenn Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie gelockert werden. „Wirksame Kontrollmaßnahme im letzten Sommer hätten die Winterausbrüche, die wir jetzt erleben, begrenzen können“, meint Baker.

Den Ergebnissen zufolge bewirken das Tragen von Masken und soziale Distanzierung große Verzögerungen im Verlauf der Pandemie. Die Wirkung einzelner Faktoren zu beurteilen und vorherzusagen wird jedoch deutlich komplexer, wenn verschiedene Impfstoffe eingesetzt werden und neue Virusvarianten entstehen.

Quelle: 10.1038/s41467-021-20991-1