E-Sportler sind weder dick noch faul

Dr. Karen Zoufal | 02.12.2020

Eine Studie räumt mit dem gängigen Klischee auf, dass E-Sportler, die Wettkämpfe mit Computerspielen betreiben, ungesund leben. Im Gegenteil: Ihr Körpergewicht ist häufiger normal als in der allgemeinen Bevölkerung, sie rauchen kaum und trinken auch weniger.
Dass E-Sportler nur vor dem Computer sitzen und sich nicht bewegen, ist offenbar nur ein Klischee. image.originalResource.properties.copyright

Umfrageergebnisse unter 1.400 E-Sportlern aus 65 Ländern ergaben, dass sie zwischen neun und 21 Prozent häufiger normalgewichtig waren als der Rest der Bevölkerung. Sie tranken auch zu acht Prozent seltener täglich Alkohol und rauchten 19 Prozent weniger. Die besten zehn Prozent der E-Sportler waren körperlich zudem wesentlich aktiver als Spieler mit niedrigerem Level. Die Ergebnisse der Studie sind in der Fachzeitschrift „International Journal of Environmental Research and Public Health“ veröffentlicht.

Profis treiben eine Stunde Sport pro Tag

„Die Ergebnisse stellen das Klischee des dicken und faulen E-Sportlers in Frage“, sagte Studienautor Michael Trotter von der Universität Queensland. Er erläuterte, dass E-Sport-Profis im Rahmen ihres Trainingsprogramms sogar mehr als eine Stunde pro Tag mit körperlicher Bewegung verbringen, um ihre Gaming-Fähigkeiten zu verbessern und Stress zu bewältigen. „Nur die Top-Spieler erfüllten die Richtlinien für körperliche Aktivität, wobei die besten Spieler durchschnittlich vier Tage pro Woche trainierten. Dies könnte junge Spieler in Zukunft dazu motivieren, körperlich stärker aktiv zu sein“, so Trotter.

Die Studie zeigte jedoch auch, dass im Vergleich zur allgemeinen Bevölkerung vier Prozent der E-Sportler häufiger krankhaft fettleibig sind. Trotter hält es deshalb für sinnvoll, Strategien zu entwickeln, die schwergewichtige Spieler unterstützen. „Bewegung und körperliche Aktivität spielen eine Rolle für den Erfolg im E-Sport und sollten ein Schwerpunkt für Spieler und Organisationen sein, die E-Sportler trainieren“, meinte er.

DOI: 10.3390/ijerph17197329