Bei Brustkrebs nur Alternativmedizin? Studienergebnisse zeigen deutlich schlechtere Überlebenschancen. Was dahinterstecken könnte.

Wer bei Brustkrebs ausschließlich auf Komplementär- oder Alternativmedizin (CAM) setzt, hat schlechtere Überlebenschancen. Das ist das zentrale Ergebnis einer Analyse der Daten von mehr als zwei Millionen Frauen mit Brustkrebs aus den USA. Sie enthält etwa 70 Prozent der neu diagnostizierten Krebserkrankungen und Informationen, die Betroffene mit Ärztinnen und Ärzten teilten.
Dabei ergab sich folgende Aufteilung:
Wer sich ausschließlich für CAM entschieden hatte, hatte noch schlechtere Aussichten als Frauen ohne jegliche Therapie. Im Vergleich zur traditionell behandelten Gruppe war das Risiko, innerhalb von fünf Jahren zu sterben, in der CAM-Gruppe fast vier Mal so hoch.
Auch, wer CAM und Standardtherapie kombinierte, hatte ein höheres relatives Sterberisiko – um 45 Prozent. Woran könnte das liegen? Das Forschungsteam stellte fest: Wer auf eine Kombination aus CAM und herkömmlicher Medizin setzte, ließ vor allem Hormontherapie, Bestrahlung oder andere Methoden der herkömmlichen Medizin weg. Das könnte das Ergebnis erklären. Studienleiter Professor Daniel Boffa erklärte: „Diese Erkenntnisse unterstreichen die Bedeutung traditioneller Behandlungsmethoden und die negativen Folgen, die entstehen, wenn auch nur ein Teil davon ausgelassen wird“, betont Boffa.
Was allerdings das Forschungsteam überraschte, war, wie wenige Betroffene nach offiziellen Angaben CAM zusätzlich zur Standardtherapie nutzten. Ein möglicher Grund: Viele verwendeten CAM in der Selbstmedikation ohne Absprache mit Ärztinnen oder Ärzten. Boffa geht davon aus: Einige Patientinnen könnten CAM in Anspruch genommen haben, um die mit der Standardtherapie verbundenen Nebenwirkungen besser bewältigen und die Therapie vollständig abschließen zu können. So könnte CAM zu besseren Gesundheitsergebnissen der Standardtherapie beigetragen haben.
Das Studienteam betont, wie wichtig es für beide Seiten – Patientinnen wie Ärzte – ist, alle Behandlungsformen anzusprechen und offen darüber zu diskutieren, um eine gemeinsame Entscheidung zu treffen, die Nutzen und Risiken aller Therapiemethoden in Betracht zieht. So können beispielsweise in bester Absicht eingenommene Nahrungsergänzungsmittel eine orale Antitumortherapie negativ beeinflussen.
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