Eine Fettabsaugung kann Schmerzen bei Lipödem deutlich stärker lindern als Kompressionsstrümpfe und Lymphdrainage allein. Allerdings traten nach der Operation häufiger unerwünschte Ereignisse auf.

Für Frauen mit Lipödem könnte eine Fettabsaugung (Liposuktion) eine wirksamere Behandlungsoption sein als die bisher übliche konservative Therapie mit Kompressionsstrümpfen und Lymphdrainage. Das zeigt eine Untersuchung mit 410 Patientinnen an elf verschiedenen Standorten in Deutschland.
Hinter einem Lipödem steckt eine chronische Fettverteilungsstörung, die nahezu ausschließlich Frauen betrifft. Typisch sind symmetrische Fettansammlungen an den Beinen, teilweise auch an den Armen. Häufig kommen Druckschmerzen, ein Spannungsgefühl und eine erhöhte Neigung zu blauen Flecken hinzu. Für viele Betroffene bedeuten diese Beschwerden Einschränkungen im Alltag, etwa beim Gehen, Stehen oder bei körperlicher Aktivität.
Alle Studienteilnehmerinnen erhielten zunächst über mehrere Monate eine konservative Behandlung. Anschließend wurden sie nach dem Zufallsprinzip entweder einer weiteren konservativen Therapie oder einer Fettabsaugung zugeteilt. Das Ergebnis nach zwölf Monaten:
68,3 Prozent der operierten Teilnehmerinnen erreichten eine klinisch relevante Schmerzreduktion von mindestens zwei Punkten auf einer zehnstufigen Schmerzskala.
nur 7,6 Prozent der Patientinnen, die weiterhin ausschließlich konservativ behandelt wurde, erreichten eine ähnliche Schmerzreduktion.
Bei der Liposuktion wird das krankhaft vermehrte Fettgewebe operativ entfernt. Die Ergebnisse sprechen zwar für deren Wirksamkeit. Die Forschenden weisen jedoch ausdrücklich auf mögliche Komplikationen hin. Unerwünschte Ereignisse traten nach dem operativen Eingriff häufiger auf als unter konservativer Behandlung. Einige Komplikationen wurden ausschließlich in der Operationsgruppe beobachtet. Hierzu zählen etwa Blutergüsse und Wundschmerzen.
Wer unter einem Lipödem leidet, sollte deshalb gemeinsam mit den behandelnden Ärzten prüfen, welche Therapie sich im individuellen Fall anbietet. Eine bestehende Behandlung sollte nicht eigenständig verändert oder beendet werden. Ein weiterer wichtiger Punkt: Die jetzt veröffentlichten Ergebnisse beziehen sich auf einen Beobachtungszeitraum von zwölf Monaten. Langzeituntersuchungen über insgesamt 36 Monate laufen noch. Sie sollen zeigen, wie dauerhaft die Verbesserungen sind und ob später weitere Komplikationen auftreten können.
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