Für wen gilt die neue Empfehlung?
Wer gesund ist und bereits gegen Covid-19 geimpft wurde oder eine Corona-Infektion durchgemacht hat, benötigt nach Einschätzung der STIKO in der Regel keine Basisimmunisierung mehr. Die meisten Menschen verfügen inzwischen über einen ausreichenden Schutz vor schweren Krankheitsverläufen.
Seit der Omikron-Welle treten schwere Covid-19-Erkrankungen deutlich seltener auf. Auch für Schwangere sieht die STIKO heute kein höheres Risiko mehr als für gleichaltrige gesunde Frauen.
Diese Menschen sollten sich weiter impfen lassen
Eine jährliche Auffrischungsimpfung empfiehlt die STIKO jetzt vor allem:
- Menschen ab 75 Jahren
- Personen mit bestimmten Grunderkrankungen
- Menschen mit erhöhtem beruflichem Infektionsrisiko
Neu ist vor allem die Altersgrenze: Statt wie bisher ab 60 Jahren gilt die Empfehlung nun erst ab 75 Jahren. Menschen mit schweren Grunderkrankungen oder Immunschwäche besprechen ihre individuelle Impfstrategie am besten mit ihrem Arzt.
Wann ist der beste Zeitpunkt?
Die Auffrischungsimpfung sollte möglichst zu Beginn der Corona-Saison im Spätsommer oder Frühherbst erfolgen. Verwendet werden sollen zugelassene mRNA- oder proteinbasierte Impfstoffe, die an die aktuell zirkulierenden Virusvarianten angepasst sind. Wer den Termin verpasst, kann die Impfung auch später während der Saison nachholen.
Warum die STIKO ihre Empfehlung geändert hat
Die STIKO begründet die Anpassung damit, dass die meisten Menschen inzwischen mehrfach Kontakt mit dem Coronavirus hatten, durch Impfungen, Infektionen oder beides. Gleichzeitig ist die Krankheitslast deutlich gesunken. Schwere Verläufe, Krankenhausaufenthalte und Todesfälle betreffen heute überwiegend Menschen ab 75 Jahren.
Die aktualisierte Empfehlung wurde im Epidemiologischen Bulletin 28/2026 des Robert Koch-Instituts veröffentlicht. Sie soll die Impfstrategie an die heutige Infektionslage anpassen und den Schwerpunkt auf Menschen mit einem erhöhten Risiko für schwere Verläufe legen.