Grippe, RSV, Meningokokken: Impfkalender 2026 veröffentlicht

Pharmazeutische Zeitung  |  27.01.2026 11:41 Uhr

Die Ständige Impfkommission (STIKO) fasst alle aktualisierten Impfempfehlungen für 2026 zusammen. Was sich für Kinder, Jugendliche und Erwachsene ändert.

Eine Ärztin klebt einer lächelnden Frau ein Pflaster auf den Oberarm.
Frisch geimpft: Der neue Impfkalender 2026 ist da.
© fizkes/iStockphoto

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat den neuen Impfkalender 2026 veröffentlicht. Im „Epidemiologischen Bulletin“ hat sie alle aktuellen Impfempfehlungen übersichtlich zusammengefasst, nachdem sie ihre Empfehlungen zu einzelnen Impfungen bereits im Lauf des vergangenen Jahres aktualisiert hatte. Auch allgemeine Fragen, etwa zu Impfungen bei chronischen Erkrankungen, in der Schwangerschaft oder bei Immunschwäche, werden dort behandelt sowie Ausführungen und Erklärungen bereit gestellt. 

Grippeimpfung auch wegen Vogelgrippe

Neu ist außerdem, dass die jährliche Grippeimpfung nun auch für Menschen empfohlen wird, die regelmäßig engen Kontakt zu Schweinen, Geflügel, Wildvögeln, Robben und anderen Tieren haben – etwa im beruflichen oder privaten Umfeld. Hintergrund ist die weltweite Ausbreitung von Vogelgrippe-Subtypen. Dabei spricht die STIKO vom gewöhnlichen, saisonalen Grippe-Impfstoff. 

RSV: Schutz für besonders gefährdete Gruppen

Für die Impfung gegen das Humane Respiratorisches Synzytial-Virus (RSV) nennt die STIKO nun zusätzlich einen mRNA-basierten Impfstoff, ohne einen Impfstoff zu bevorzugen. Die einmalige Impfung wird als Standard ab 75 Jahren empfohlen sowie für 60- bis 74-Jährige mit relevanten Grunderkrankungen oder für Bewohnende von Pflegeeinrichtungen.

Meningokokken: Impfung jetzt im Jugendalter

Eine wichtige Neuerung betrifft die Meningokokken-Impfung: Die bisherige Impfung gegen die Unterart (Serogruppe) C im Säuglingsalter entfällt. Stattdessen empfiehlt die STIKO nun eine Standardimpfung für Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 14 Jahren gegen die Serogruppen A, C, W und Y. Versäumte Impfungen können bis zum 25. Lebensjahr nachgeholt werden.

Pneumokokken: Neue Empfehlung für Risikokinder

Für Kinder und Jugendliche zwischen zwei und 17 Jahren mit einem erhöhten Risiko für schwere Pneumokokken-Erkrankungen wurde die Indikationsimpfung angepasst. Empfohlen wird jetzt gezielt ein 20-valenter Konjugatimpfstoff. Dieser richtet sich gegen 20 Erreger-Typen und sorgt durch seine spezielle Bauweise für eine starke und langfristige Immunantwort. 

Gürtelrose: Erweiterte Empfehlung ab 18 Jahren

Bei der Impfung gegen Gürtelrose (Herpes zoster) gibt es eine deutliche Ausweitung: Neben der Standardimpfung ab 60 Jahren empfiehlt die STIKO die Impfung nun auch ab 18 Jahren, wenn eine erhöhte gesundheitliche Gefährdung besteht. Diese kann gegeben sein bei angeborener oder erworbener Immunschwäche sowie besonders schwere Ausprägungen chronischer Grunderkrankungen.

Änderungen bei MPox und Chikungunya

Eine MPox-Impfung wird für gefährdete Personen empfohlen. Dazu zählen zum Beispiel Männer, trans-Männer sowie nicht binäre Personen, die Sex mit Männern haben und dabei häufig die Partner wechseln, sowie Sexarbeitende.

Zudem gibt es eine Empfehlung zur Chikungunya-Impfung bei Reisen in Gebiete mit aktuellem Ausbruchsgeschehen oder bei wiederholten Aufenthalten in Endemiegebieten, sofern ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe besteht. Ein Totimpfstoff für Menschen ab zwölf und ein angepasster Lebendimpfstoff für Personen von 12 bis 59 Personen eignen sich laut STIKO dafür.

Quelle: EpidemiologischesBulletin (4 2026)

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