Was hält unser Gehirn möglichst lange leistungsfähig? Eine Studie zeigt: Wer sein Leben lang neugierig bleibt und regelmäßig geistig aktiv ist, kann sein Risiko für Alzheimer und geistigen Abbau senken. Besonders wirksam sind Hobbys und Gewohnheiten, die das Denken immer wieder neu fordern.

Lebenslanges Lernen geht mit einem geringeren Risiko für Alzheimer und weniger geistigem Abbau einher. Das zeigt die Studie, die im Fachmagazin „Neurology“ erschienen ist. Andrea Zammit vom Rush University Medical Center in Chicago erklärt, warum intellektuell anregende Tätigkeiten wie Lesen, Schreiben, Fremdsprachen lernen, Schachspielen, Rätsellösen oder Museumsbesuche vor Demenz schützen: „Sie fordern das Gehirn und das Denkvermögen. Man nutzt verschiedene kognitive Systeme.“
Dabei geht es nicht darum, nur eine einzige Aktivität regelmäßig zu betreiben. Vielmehr scheint eine Mischung verschiedener geistiger Herausforderungen besonders vorteilhaft zu sein.
Selbst wenn man erst in mittlerem Alter mit Musizieren, Vogelbeobachtung oder Gehirntraining anfängt, profitiert das Gehirn. Wichtig dabei ist: „Es geht nicht nur um eine einzige Aktivität. Vielmehr geht es darum, sinnvolle Aktivitäten zu finden, die einem Freude bereiten“, sagte Zammit.
Von 948 Teilnehmenden, die während der Studie verstarben, wurden die Gehirne untersucht. Mit erstaunlichem Befund: Auch wenn die Gehirne Alzheimer-Merkmale aufwiesen, hatten geistig aktivere Menschen vor ihrem Tod ein besseres Gedächtnis und bessere Denkfähigkeiten. Vermehrte geistige Aktivität im mittleren und höheren Alter war ebenfalls mit einem langsameren kognitiven Abbau verbunden.
Wahrscheinlich schützt eine kognitive Reserve das alternde Gehirn: Man nimmt an, dass geistige Anregungen neuronale Verbindungen in verschiedenen Regionen des Gehirns stärken und es dadurch widerstandsfähiger wird. So kann das Gehirn Schäden durch Alterung oder Krankheit zumindest vorübergehend besser kompensieren.
Quelle: DOI 10.1212/WNL.0000000000214677
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