Nachdem auf dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ drei Menschen an einer Hantavirus-Infektion gestorben sind, wurde ein Großteil der Passagiere evakuiert. Infizierte und Kontaktpersonen flogen in ihre Heimatländer zurück, u.a. nach Deutschland. Welche Gefahr birgt dieser Erreger?

Hantaviren kommen weltweit vor und lassen sich in verschiedene Arten einteilen. Nicht alle davon stellen für den Menschen gleichermaßen eine Gefahr dar und auch in der Übertragbarkeit gibt es Unterschiede.
Laut WHO handele es sich bei dem Ausbruch auf der MV „Hondius“ um sogenannte Andes-Hantaviren, die typischerweise in Südamerika vorkommen. Infektionen mit dieser Art lösen starke Atemwegsprobleme sowie Fieber und Magen-Darm-Beschwerden aus. Die Symptome sind schwerwiegend und verlaufen häufig tödlich.
Diese Hantavirus-Art ist die einzige weltweit, die unter Umständen wie langem und engem Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. In Deutschland vorkommende Hantaviren bewirken überwiegend mildere Verläufe und können ausschließlich von Tier zu Mensch übertragen werden.
In erster Linie kommen Menschen mit Hantaviren durch Ausscheidungen von Nagetieren in Kontakt. Die Übertragung findet dann meist über die Atemwege statt, wenn beispielweise im Zuge von Reinigungsmaßnahmen kontaminierter Staub aufgewirbelt wird. Das Robert Koch-Institut empfiehlt daher, den Kontakt mit Nagetier-Ausscheidungen zu vermeiden und allgemeine Hygienemaßnahmen einzuhalten. Wer beim Reinigen befürchtet, mit Ausscheidungen in Kontakt zu kommen, kann sich mit einer Atemschutzmaske und mit Handschuhen schützen. Auch feuchtes Wischen verringert das Risiko, kontaminierten Staub aufzuwirbeln.
Nachdem gemeldet wurde, dass Infizierte und Verdachtsfälle zur Weiterbehandlung vom Schiff in Krankenhäuser an Land gebracht wurden, wächst die Sorge, dass sich das Virus ausbreiten könnte. Laut Dr. Martin Eiden, Leiter des Referenzlabors für Hantaviren vom Friedrich-Loeffler-Institut, sei der aktuelle Ausbruch ein seltener und lokal begrenzter Vorfall – es bestünden keine Anzeichen für eine globale Bedrohung.
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