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Ernährung: MIND-Diät könnte vor Alzheimer schützen

Dr. Karen Zoufal  |  01.10.2021

Selbst wenn sich Menschen nur mäßig an die Ernährungs-Empfehlungen der MIND-Diät hielten, profitierten sie später im Leben von einer besseren geistigen Leistungsfähigkeit als Studienteilnehmer, die dies nicht taten. Interessanterweise war dies trotz Alzheimer-typischer Ablagerungen im Gehirn zu beobachten, schreiben Wissenschaftler in der Fachzeitschrift „Journal of Alzheimer's Disease“.

Marktstand mit Obst und Gemüse in Spanien.
Die Mittelmeerküche, die einen Teil der MIND-Diät ausmacht, basiert auf viel frischem Obst und Gemüse.
© iStock.com/Irina Selina

Je besser sich die Menschen an die MIND-Diät hielten, umso höher war ihre geistige Leistungsfähigkeit im Alter. Die Studienteilnehmer hatten zugestimmt, dass ihr Gehirn nach ihrem Tod untersucht werden durfte, und dabei zeigte sich, dass dies auch der Fall war, wenn sie Alzheimer-typische Veränderungen im Gehirn aufwiesen: Obwohl viele Studienteilnehmer mit einer MIND-Ernährung zu Lebzeiten keinerlei Anzeichen von Demenz aufwiesen, ergab der Befund der Hirnuntersuchung klar eine Alzheimer-Diagnose. Das deutet an, dass diese Veränderungen im Gehirn nicht die einzigen Ursache für Alzheimer-Demenz sind, und dass auch die Ernährungsweise eine wichtige Rolle spielt.

Die MIND-Diät ist eine Mischung aus der Mittelmeerdiät und Ernährungsvorgaben gegen Bluthochdruck. Sie enthält reichlich Blatt- und anderes Gemüse, Beeren, Nüsse, Olivenöl, Vollkornprodukte und Fisch. Seit sie vor einigen Jahren entwickelt wurde, haben mehrere Studien gezeigt, dass diese Ernährungsweise einen gewissen Schutz vor geistigem Verfall bietet.

„Die Ernährung schien eine schützende Wirkung zu haben und kann zur kognitiven Belastbarkeit älterer Menschen beitragen. Eine Ernährungsumstellung kann dabei helfen, den geistigen Verfall im Alter zu verlangsamen und zur Gesundheit des Gehirns beitragen“, sagte Klodian Dhana, Altersmedizinerin am Rush Medical College in Illinois.

Die Forscher hatten Daten von 569 Teilnehmern ausgewertet, die während der Langzeitstudie gestorben waren. Anhand eines zuvor ausgefüllten Fragebogens zur Ernährung bewerteten sie rückwirkend, inwieweit die Ernährungsgewohnheiten Teilnehmer den Kriterien einer MIND-Diät entsprachen.

Quelle: DOI 10.3233/jad-210107

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