Suchen Sie in unseren Ratgebern nach Informationen rund um Gesundheit, Medizin und Ernährung
Hier finden Sie Notfallapotheken in Ihrer Nähe
Notdienstsuche
Hier finden Sie Apotheken in Ihrer Nähe
Apothekensuche

aponet.de wurde mit dem Focus Money Award 2025 ausgezeichnet!

Zum Focus Report
Impressum Datenschutz

Grippeimpfung bei Kindern: 90 Prozent der Risikogruppe bleiben ungeimpft

Pharmazeutische ZeitungNatascha Schleif  |  21.09.2026 13:15 Uhr

Einige Kinder, zum Beispiel mit bestimmten Vorerkrankungen oder Übergewicht, haben ein erhöhtes Risiko für eine schwere Grippe (Influenza). Trotzdem erhält nur etwa jedes zehnte betroffene Kind die jährlich empfohlene Grippeimpfung.

Junge mit Pflaster einer Impfung auf dem Oberarm.
Eine Grippeimpfung kann vor einem schweren Verlauf schützen - das gilt auch für Kinder mit einem erhöhten Risiko.
© Jacob Wackerhausen/iStockphoto

Für gesunde Kinder verläuft eine Grippe häufig ohne schwere Komplikationen. Bei chronischen Erkrankungen kann eine Infektion mit Influenzaviren jedoch gefährlicher werden. 

Zu den Risikogruppen gehören Kinder und Jugendliche mit:

  • chronischen Atemwegserkrankungen wie Asthma
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes
  • einer Immunschwäche
  • Adipositas

Sie können schwer erkranken und im schlimmsten Fall an den Folgen einer Influenza sterben. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt diesen Kindern und Jugendlichen deshalb eine jährliche Grippeimpfung.

Impfempfehlung wird kaum umgesetzt

Die Empfehlung besteht bereits seit 30 Jahren. Dennoch wird nur ein kleiner Teil der betroffenen Kinder geimpft. Das zeigt eine Auswertung des Robert Koch-Instituts (RKI). Untersucht wurden Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen aus elf Grippesaisons von 2014/15 bis 2024/25. In jeder Saison erhielten nur etwa 10 Prozent der Kinder und Jugendlichen mit einer impfrelevanten Grunderkrankung eine Grippeimpfung.

Sollte sich die Impfquote nicht verändern, wären nach Berechnungen des RKI in der Saison 2026/27 rund 1,1 Millionen Kinder und Jugendliche mit einer Grunderkrankung nicht gegen Grippe geimpft.

Viele Krankenhausfälle betreffen Minderjährige

Kinder und Jugendliche machen einen erheblichen Anteil der Menschen aus, die wegen einer Grippe im Krankenhaus behandelt werden. Nach Angaben des RKI entfielen zwischen 2015 und 2024 insgesamt 31,4 Prozent der erfassten Influenza-Behandlungen im Krankenhaus auf unter 18-Jährige.

Diese Zahl umfasst alle Minderjährigen und bezieht sich nicht ausschließlich auf Kinder mit Vorerkrankungen. Für Kinder aus der Risikogruppe ist die Impfung wegen ihres erhöhten Risikos für einen schweren Verlauf jedoch besonders wichtig.

Die STIKO ruft deshalb dazu auf, die bestehende Empfehlung konsequenter umzusetzen. In ihrer Stellungnahme heißt es: “Die STIKO empfiehlt eindringlich, der bestehenden Impfempfehlung nachzukommen und Kinder und Jugendliche mit Risikofaktoren durch eine rechtzeitige Impfung zu schützen.” Eine höhere Impfquote könnte nach Einschätzung der Kommission sowohl einzelne Kinder schützen als auch die gesamte Krankheitslast durch Influenza verringern.

Quelle: Epidemiologisches Bulletin 38|2026, 17.09.2026

Mehr aponet.de bei Google

Wähle aponet.de als eine bevorzugte Nachrichtenquelle bei Google und entdecke unsere aktuellen Gesundheitsnews häufiger in deinen News-Empfehlungen.

WhatsApp Kanal Banner
Medikamente ohne Zuzahlung

Alle zwei Wochen neu: die aktuelle Liste der zuzahlungsfreien Arzneimittel.

Arzneimitteldatenbank

Medikamenten-Name oder Wirkstoff eingeben für mehr Informationen.

Podcast
Podcast-Logo "aponet in 3 Minuten"
Podcast
Gesund leben

Im Fokus diesmal: Wie lange man vor der Blutabnahme nüchtern bleiben muss, der Effekt von Bewegung…

Krankheiten von A - Z

In diesem Lexikon finden Sie umfassende Beschreibungen von etwa 400 Krankheitsbildern

nach oben