Einige Kinder, zum Beispiel mit bestimmten Vorerkrankungen oder Übergewicht, haben ein erhöhtes Risiko für eine schwere Grippe (Influenza). Trotzdem erhält nur etwa jedes zehnte betroffene Kind die jährlich empfohlene Grippeimpfung.

Für gesunde Kinder verläuft eine Grippe häufig ohne schwere Komplikationen. Bei chronischen Erkrankungen kann eine Infektion mit Influenzaviren jedoch gefährlicher werden.
Zu den Risikogruppen gehören Kinder und Jugendliche mit:
Sie können schwer erkranken und im schlimmsten Fall an den Folgen einer Influenza sterben. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt diesen Kindern und Jugendlichen deshalb eine jährliche Grippeimpfung.
Die Empfehlung besteht bereits seit 30 Jahren. Dennoch wird nur ein kleiner Teil der betroffenen Kinder geimpft. Das zeigt eine Auswertung des Robert Koch-Instituts (RKI). Untersucht wurden Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen aus elf Grippesaisons von 2014/15 bis 2024/25. In jeder Saison erhielten nur etwa 10 Prozent der Kinder und Jugendlichen mit einer impfrelevanten Grunderkrankung eine Grippeimpfung.
Sollte sich die Impfquote nicht verändern, wären nach Berechnungen des RKI in der Saison 2026/27 rund 1,1 Millionen Kinder und Jugendliche mit einer Grunderkrankung nicht gegen Grippe geimpft.
Kinder und Jugendliche machen einen erheblichen Anteil der Menschen aus, die wegen einer Grippe im Krankenhaus behandelt werden. Nach Angaben des RKI entfielen zwischen 2015 und 2024 insgesamt 31,4 Prozent der erfassten Influenza-Behandlungen im Krankenhaus auf unter 18-Jährige.
Diese Zahl umfasst alle Minderjährigen und bezieht sich nicht ausschließlich auf Kinder mit Vorerkrankungen. Für Kinder aus der Risikogruppe ist die Impfung wegen ihres erhöhten Risikos für einen schweren Verlauf jedoch besonders wichtig.
Die STIKO ruft deshalb dazu auf, die bestehende Empfehlung konsequenter umzusetzen. In ihrer Stellungnahme heißt es: “Die STIKO empfiehlt eindringlich, der bestehenden Impfempfehlung nachzukommen und Kinder und Jugendliche mit Risikofaktoren durch eine rechtzeitige Impfung zu schützen.” Eine höhere Impfquote könnte nach Einschätzung der Kommission sowohl einzelne Kinder schützen als auch die gesamte Krankheitslast durch Influenza verringern.
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