ABDA: Doppelt so viele Impfungen in Apotheken wie im Vorjahr

Pharmazeutische Zeitung  |  28.01.2026 09:00 Uhr

ABDA-Präsident Thomas Preis sagte gegenüber der FAZ, dass Apotheken in dieser Impfsaison doppelt so viele Impfungen durchgeführt hätten wie im Vorjahr. In naher Zukunft könnte diese Zahl noch einmal deutlich wachsen.

Apothekerin erklärt einer Kundin, etwa 60 Jahre alt, etwas an einem Tablet.
Impfberatung in der Apotheke? Laut der ABDA tragen Apotheken zu den Impfquoten bei.
© zamrznutitonovi/iStockphoto

Deutschland steckt mitten in der Grippewelle, doch nur wenige Menschen lassen sich gegen das Influenzavirus impfen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) waren hierzulande in der Saison 2024/25  nur 34,5 Prozent der Menschen über 60 Jahren gegen Influenza geimpft. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt jedoch eine Quote von 75 Prozent.

Apotheken impfen häufiger

Geht man von der Nachfrage in diesem Herbst und Winter aus, könnte die Impfquote in dieser Saison etwas steigen. Dabei spielten die Apotheken eine größere Rolle als bisher. „Die ersten Zahlen zeigen, dass Apotheken in dieser Impfsaison doppelt so viele Impfungen durchgeführt haben wie im vergangenen Jahr“, erklärte Thomas Preis, Präsident der ABDA – Bundesvereinigung der Apothekerverbände gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ). Er gehe davon aus, dass die Apotheken in der Saison 2026/27 noch einmal deutlich mehr impfen werden.

Warum nicht jede Apotheke impft

Derzeit dürfen Apotheken gegen Grippe und Covid-19 impfen. Nicht alle machen davon Gebrauch. Apothekerinnen und Apotheker benötigen dafür eine spezielle Fortbildung und geeignete Räumlichkeiten. Da Grippeimpfungen vor allem saisonal nachgefragt werden, lohnt sich der Aufwand nicht für jeden Betrieb. Die geplante Apothekenreform könnte das ändern: Künftig sollen Apotheken alle Totimpfstoffe verabreichen dürfen. Das würde Impfungen wirtschaftlich attraktiver machen und das Angebot ausweiten.

Gibt es genug Impfstoff?

Immer wieder gab es zuletzt Berichte über knappe Grippeimpfstoffe. Teilweise wurden daher auch Impfstoffe aus dem europäischen Ausland eingesetzt. Nach Einschätzung von ABDA-Präsident Preis besteht jedoch kein Grund zur Sorge. „Bei Großhändlern und Apotheken gibt es teilweise noch Restbestände“, sagte er der FAZ. Der Import sei üblich, da Grippeimpfstoffe europaweit dieselbe Zusammensetzung hätten. Ein Beispiel dafür:  Seit dem 15. Januar sind Grippe-Impfungen in italienischer Aufmachung in Deutschland verfügbar, nachdem das Paul-Ehrlich-Institut dem Hersteller eine entsprechende Erlaubnis erteilt hatte. So könnte jede und jeder Impfwillige eine Impfung wahrscheinlich bekommen.

STIKO empfiehlt Grippeimpfung

Auch das Robert Koch-Institut ruft weiterhin zur Impfung auf. Im aktuellen Bericht der Arbeitsgemeinschaft Influenza heißt es: „Alle Personen, für die die STIKO die Grippeschutzimpfung empfiehlt, sollten sich noch impfen lassen, falls dies noch nicht geschehen ist.“

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