Grippe-Impfstoff 2026/2027: Warum alle Virusbestandteile ausgetauscht werden

Pharmazeutische ZeitungRüdiger Freund  |  12.03.2026 13:20 Uhr

Die Grippeimpfung wird jedes Jahr an die aktuell zirkulierenden Viren angepasst. Für die Saison 2026/2027 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) jetzt eine neue Zusammensetzung empfohlen. In den kommenden Impfstoffen werden alle drei enthaltenen Virusstämme ausgetauscht.

Frau wurde beim Arzt geimpft.
Weil sich die Eigenschaften der Influenzaviren regelmäßig ändern, werden jährliche Grippeimpfungen empfohlen.
© vladans/iStockphoto

Warum sich Grippeimpfstoffe jedes Jahr ändern

Grippeviren verändern sich ständig. Deshalb beobachten Fachleute weltweit sehr genau, welche Varianten aktuell im Umlauf sind. Auf dieser Grundlage legt die Weltgesundheitsorganisation jedes Jahr fest, welche Virusstämme in den Impfstoffen der nächsten Saison enthalten sein sollen.

Für die Grippesaison 2026/2027 auf der Nordhalbkugel empfiehlt die WHO weiterhin trivalente Impfstoffe. Diese schützen gegen drei wichtige Virusvarianten:

  • Influenza A (H1N1)
  • Influenza A (H3N2)
  • Influenza B der Victoria-Linie

Im Vergleich zur Vorsaison wurden diesmal alle drei Virusbestandteile ausgetauscht.

Neue Virusstämme für die Grippesaison 2026/2027

Die genaue Zusammensetzung unterscheidet sich je nach Herstellungsverfahren des Impfstoffs. Grundsätzlich enthalten die neuen Impfstoffe jedoch aktualisierte Varianten der drei Influenza-Typen. Mit dieser Anpassung soll erreicht werden, dass der Impfstoff möglichst gut zu den Viren passt, die in der kommenden Saison voraussichtlich zirkulieren.

Warum sich verschiedene Impfstoffe leicht unterscheiden

Grippeimpfstoffe werden auf unterschiedliche Weise hergestellt. Häufig werden Viren in Hühnereiern vermehrt. Daneben gibt es Impfstoffe, die in Zellkulturen oder mit modernen biotechnologischen Verfahren produziert werden. Dass sich die enthaltenen Virusbestandteile teilweise unterscheiden, hat mehrere Gründe. Einige Virusstämme wachsen im Hühnerei schlechter oder können sogar die Hühnerembryonen schädigen. Dann lässt sich daraus kein Impfstoff herstellen.

Ein weiterer Faktor ist die sogenannte Ei-Adaptation. Dabei verändern sich Viren während der Vermehrung im Ei leicht. Dadurch kann die Übereinstimmung mit den tatsächlich zirkulierenden Viren etwas sinken. Professor Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reise- und Tropenmedizin, erklärte bei einer Fachveranstaltung, dass Zellkulturimpfstoffe dieses Problem nicht haben. Studien hätten gezeigt, dass ihre Virusbestandteile bei H3N2-Stämmen oft besser zu den aktuell zirkulierenden Varianten passen.

Produktion der Impfstoffe startet jetzt

Nach der Empfehlung der WHO können die Hersteller mit der Produktion der neuen Grippeimpfstoffe beginnen. Arztpraxen und Apotheken bestellen ihre benötigten Mengen bereits im Voraus, damit die Impfstoffe rechtzeitig zur nächsten Grippesaison verfügbar sind.

Wer sich gegen Grippe impfen lassen möchte, kann im Herbst mit seinem Arzt darüber sprechen – besonders Menschen über 60 Jahre oder Patienten mit chronischen Erkrankungen profitieren häufig von einer rechtzeitigen Impfung.

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