Bewegung hält jung: Abwechslungsreiches Training verlängert das Leben

Peter Erik Felzer  |  30.04.2026 15:29 Uhr

Regelmäßige körperliche Aktivität gilt als Schlüssel für ein langes Leben. Neue Studienergebnisse zeigen: Nicht nur die Menge, sondern vor allem die Vielfalt der Bewegung kann die Lebenserwartung erhöhen.

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Studie zeigt: Je mehr unterschiedliche Bewegungsformen man ausübt, desto mehr profitiert die Gesundheit.
© gbh007/iStockphoto

Für die Studien analysierten Forschende der Harvard T. H. Chan School of Public Health aus Boston zwei große US-Langzeit-Studien mit über 100.000 Teilnehmenden. Sie fanden heraus: Der gesundheitliche Nutzen von Bewegung lässt sich nicht unbegrenzt steigern. Ab einem bestimmten Punkt flacht der Effekt ab. Entscheidend ist daher nicht nur die Menge, sondern die Mischung des Trainings. Menschen, die mehrere Bewegungsformen in ihren Alltag integrieren, profitieren stärker als jene, die sich nur auf eine Aktivität konzentrieren.

Gehen, Laufen, Krafttraining … die Abwechslung bringt‘s

Die Daten stammen aus zwei großen Erhebungen, in denen Teilnehmende über Jahrzehnte hinweg Angaben zu ihrem Lebensstil machten. Erfasst wurden unterschiedliche Aktivitäten wie Gehen, Laufen, Radfahren, Schwimmen, Krafttraining oder Treppensteigen. Die Auswertung zeigt: Je vielfältiger die Bewegung, desto geringer das Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs oder Atemwegserkrankungen zu sterben.

Nur eine Sportart hilft weniger als mehrere kombiniert

Gehen war die am häufigsten genannte Aktivität und zeigte die stärkste Schutzwirkung. Auch Treppensteigen, Tennis, Krafttraining, Rudern oder Laufen waren mit einem längeren Leben verbunden. 

Besonders bemerkenswert: Selbst, wenn Menschen insgesamt gleich viel Zeit in Bewegung investierten, hatten diejenigen mit mehr Abwechslung einen größeren Vorteil. Auch unter Berücksichtigung der gesamten Trainingsmenge hatten Teilnehmende mit der größten Vielfalt an Aktivitäten ein um 19 Prozent geringeres Sterberisiko insgesamt im Beobachtungszeitraum.

Empfehlung der Forschenden

Die Studie ist rein beobachtend, kann also keine direkten Ursachen-Wirkung-Zusammenhang beweisen. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor: Die Teilnehmenden haben ihre Aktivitäten selbst angegeben – das kann ungenau sein. Dennoch liefern die Daten einen klaren Hinweis darauf, dass ein vielfältiger Bewegungsstil langfristig die Gesundheit stärkt. Das Forschungsteam betont: „Insgesamt unterstützen diese Daten die Vorstellung, dass langfristige Aktivität in verschiedenen Bewegungsformen dazu beitragen kann die Lebensspanne zu verlängern.“

DOI: 10.1136/bmjmed-2025-001513

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