Regelmäßige Bewegung kann die Stimmung deutlich verbessern und Symptome von Depressionen und Angst reduzieren. Eine große internationale Analyse zeigt jetzt: Sport wirkt bei vielen Menschen ähnlich gut oder sogar besser als klassische Therapien. Besonders wirksam scheint dabei Ausdauertraining zu sein.

In einer großen Übersichtsarbeit haben Forschende aus Australien und den USA erstmals untersucht, wie sich Bewegung auf Depressions- und Angstsymptome über alle Altersgruppen auswirkt. Zum Einfluss auf Depressionen nutzten sie die Daten von 800 Studien Teilnehmenden im Alter von 10 bis 90 Jahren. Für die Analyse zur Wirkung von Bewegung auf Angststörungen bezogen sie 258 Studien im Alter von 18 bis 67 Jahren ein.
Die verschiedenen Bewegungsformen ordneten die Forscher vier Kategorien zu:
Die Auswertung zeigt, dass Bewegung einen mittleren Effekt auf Depressionssymptome und einen kleinen bis mittleren Effekt auf Angstsymptome hat. Am stärksten war der Effekt bei jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 30 Jahren und Frauen, die kürzlich entbunden hatten. Alle Bewegungsarten zeigten positive Effekte. Ausdauertraining, sogenanntes aerobes Training, in der Gruppe oder mit Betreuung linderte die depressive Symptomatik jedoch am wirksamsten.
Dies deutet laut der Forschenden auch darauf hin, dass die soziale Komponente eine entscheidende Rolle für die antidepressive Wirkung von Bewegung spielt. Längerfristiges Training über 24 Wochen zeigte dabei die deutlichsten Effekte. Bei Angstsymptomen hatten aerobe, Kraft-, Body-Mind- und gemischte Bewegungsformate jeweils einen mittleren Einfluss, wobei weniger intensive und kürzere Interventionen bis zu acht Wochen am wirksamsten waren.
Die Forschenden kommen zu dem Schluss, dass Bewegung die Symptome von Angstzuständen und Depressionen in allen Altersgruppen wirksam reduziert, vergleichbar oder sogar besser als pharmakologische und psychologische Interventionen wie Gesprächstherapie. Mögliche Einschränkungen bei den Ergebnissen, die sich zum Beispiel durch unterschiedlich interpretierte Trainingsintensitäten ergeben, wurden dabei berücksichtigt.
Quelle: DOI: 10.1136/bjsports-2025-110301
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