Bei Fettleber ist Sport eine gute Idee. Aber wie viel Aktivität ist genug und welche Trainingsform lohnt sich? Für Ausdauer- und Kraftsport hat das ein Forschungsteam aus China anhand von 24 Studien mit über 900 Personen analysiert.
Wie Forschende Bewegung messbar machen
Um Ausdauer- und Krafttraining vergleichen zu können, nutzte das Team sogenannte metabolische Äquivalente (MET). Sie geben an, wie viel Energie eine Aktivität im Vergleich zum Ruhen verbraucht. Zügiges Gehen entspricht je nach Tempo etwa 3 bis 4 MET, Seilspringen rund 11 MET. Entscheidend ist dabei nicht nur die Intensität, sondern auch die Dauer: Berechnet wurden sogenannte MET-Minuten pro Woche, also Intensität mal Zeit.
Schon wenig Training zeigt messbare Effekte
Wie viel Training ist notwendig, um einen klinisch messbaren Vorteil bei Fettleber zu haben? In der Studie war eine Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining besonders effektiv: Hier reichten bereits 130 MET-Minuten pro Woche, um positive Effekte zu erzielen.
Darüber hinaus berechneten die Forschenden, bei welchem Trainingsumfang der größte gesundheitliche Nutzen pro eingesetzter MET-Minute erreicht wurde:
- Krafttraining sowie Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining: etwa 640 MET-Minuten pro Woche
- Hochintensives Ausdauertraining: rund 880 MET-Minuten
- Moderat intensives Ausdauertraining: etwa 590 MET-Minuten
- Hochintensives Intervalltraining: kein klarer Optimalwert erkennbar
Warum Kombinationstraining besonders sinnvoll ist
Studienautor Professor Chunxiang Qin erklärt: „Kombinierte Ausdauer- und Kraftübungen bieten sowohl therapeutische als auch dosenabhängige Vorteile, um Fettleber zu reduzieren.“ Er geht davon aus, dass sich die Effekte beider Trainingsformen ergänzen und gemeinsam mehr bewirken als jede für sich.
Praktisch bedeutet das für die Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining: Bei moderater Intensität (etwa 4,5 MET) lassen sich 640 MET-Minuten auf fünf Trainingseinheiten pro Woche mit jeweils knapp 30 Minuten verteilen. Bei höherer Intensität (rund 7,5 MET) reichen drei Einheiten pro Woche.
Bewegung immer individuell abstimmen
Trotz dieser Richtwerte gilt: Bewegungsempfehlungen bei Fettleber sollten immer individuell angepasst werden. Das Stadium der Erkrankung, mögliche Begleiterkrankungen, Medikamente und die bisherige Therapiedauer spielen dabei eine wichtige Rolle. Ein ärztliches Gespräch kann helfen, ein passendes und langfristig umsetzbares Trainingsprogramm zu finden.
Quelle: DOI 10.1016/j.jshs.2026.101125