Glühende Wangen, müde Augen – viele Eltern kennen diese Situation. Wenn Kinder Fieber bekommen, entsteht schnell Sorge. Kinderärzte raten jedoch oft zu mehr Gelassenheit: In vielen Fällen hilft dem Körper Ruhe mehr als Medikamente.

Wenn das Kind quengelig und müde wirkt, seine Augen glasig erscheinen und das Gesicht förmlich "glüht", wissen erfahrene Eltern bereits Bescheid: Fieber hält meistens die ganze Familie in Atem. Aber ob und wann man die Temperatur mit Arzneimitteln senkt, bewerten Kinderärzte heute anders als in früheren Zeiten. Sie betonen, dass nicht die Temperatur entscheidend ist, sondern der Zustand des Kindes.
Das ist Kern der Eltern-Leitlinie zum Fiebermanagement bei Kindern, die die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ) federführend herausgegeben hat. Denn im Regelfall sehen die Kinder- und Jugendärzte keine Notwendigkeit, Fieber – ab 38,5 °C bei Kindern und Jugendlichen – zu senken.
Sollte eins der folgenden Warnzeichen auftreten oder die Eltern sehr besorgt oder unsicher sein, raten die Kinder- und Jugendärzte eine Arztpraxis aufzusuchen:
Wenn das Kind Schmerzen hat und es ihm nicht gut geht, sollten Medikamente gegeben werden – aber nur so lange, wie es dem Kind schlecht geht. Auch die empfohlenen Mengen für Ibuprofen und Paracetamol müssen dringend eingehalten werden. Ibuprofen ist erst ab dem Alter von 3 Monaten zugelassen. Wenn das Kind trotz der Medikamente weiterhin leidet, ist mit einem Arzt, einer Ärztin zu besprechen, welches Medikament es bekommen sollte oder ob ein Wechsel ratsam ist.
Da auch Viren Fieber auslösen können, ist Fieber an sich kein Grund, Antibiotika zu geben. Diese Arzneimittel können allerdings dem Kind und der Umwelt schaden, wenn sie nicht nötig sind. Auch bei den meisten Impfungen ist es nicht notwendig, vorsorglich fiebersenkende Medikamente zu geben. Eine Ausnahme ist die Impfung gegen Meningokokken-B: Hier verweisen die Kinderärzte auf die STIKO-Empfehlung, Paracetamol zu geben und auf den ärztlichen Rat.
Fühlt sich das Kind durch das Medikament besser, bedeutet das jedoch nicht, dass es sofort wieder in den Kindergarten oder die Schule darf: Kinder sollten mindestens einen Tag fit und fieberfrei sein, bevor sie wieder in Schule oder Kindergarten gehen. Die Erkrankung besteht nach wie vor, und kleine Patienten benötigen Ruhe, um sie auszukurieren.
Leider lassen sich Fieberkrämpfe bis jetzt nicht verhindern, denn fiebersenkende Medikamente wirken dabei nicht. Jedoch dauern Fieberkrämpfe in der Regel nur wenige Minuten an und bringen normalerweise keine Schäden mit sich. Die Jugendärzte betonen: Jeder erste Fieberkrampf erfordert eine ärztliche oder notärztliche Vorstellung.
Bei Babys sollte das Fieber im Po gemessen werden. Die Kinderärzte empfehlen, das Thermometer mit etwas Gleitmittel auf der Spitze gleitfähiger zu machen. Bei älteren Kindern und Jugendlichen genügt die Messung im Ohr mit einem entsprechenden Thermometer.
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