Bewegung scheint die Stressbelastung bei Erwachsenen mittleren Alters zu reduzieren+. Darauf weist eine Langzeitstudie aus Finnland hin, veröffentlicht in der Fachzeitschrift „Psychoneuroendocrinology“.
Bewegung, Krafttraining und möglichst wenig Sitzen
Die Studie wertete Daten von über 3.300 Personen aus der Northern Finland Birth Cohort 1966 im Alter von 31 bis 46 Jahren aus. Die Probanden gaben im Alter von 46 Jahren Proben ab, um die allostatische Last zu erfassen. Das ist die Belastung des Körpers durch langfristigen Stress.
Des Weiteren teilten sie die Teilnehmenden, abhängig davon, wie sich Ausmaß der körperlichen Aktivität zwischen den Jahren 31 und 46 änderte, in vier Kategorien ein: Dauerhaft aktiv, gesteigerte Aktivität, verringerte Aktivität und dauerhaft inaktiv. Als Maß für Aktivität galten die WHO-Richtlinien. Diese geben mindestens 150 bis 300 Minuten moderates Training oder 75 bis 150 Minuten intensives Training pro Woche als Ziel vor. Zudem sollte Krafttraining integriert und Sitzen – so gut wie möglich – vermieden werden.
Bewegung zahlt sich aus – egal wann
Dauerhaft inaktive Personen wiesen eine höhere Stressbelastung auf als jene, die sich entsprechend den Empfehlungen bewegten. Auch eine verringerte Aktivität im Erwachsenenalter war mit einer erhöhten Stressbelastung verbunden. Dagegen unterschieden sich Personen, die ihr Aktivitätsniveau im Laufe des Erwachsenenalters steigerten, hinsichtlich der Stressbelastung nicht von jenen, die durchgehend körperlich aktiv geblieben waren.
„Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Bedeutung körperlicher Aktivität nicht auf einzelne Lebensphasen beschränkt ist; vielmehr kann regelmäßige Bewegung über das gesamte Erwachsenenalter hinweg den Körper vor den schädlichen Auswirkungen von langfristigem Stress schützen“, erklärt Maija Korpisaari von der University of Oulu in einer Pressemitteilung zur Studie.
Quelle: DOI 10.1016/j.psyneuen.2025.107725