Therapie von Kopf-Hals-Krebs: Weniger Nebenwirkungen, bessere Chancen

Hanke Huber  |  05.05.2026 14:28 Uhr

Krebserkrankungen im Bereich von Kopf und Hals lassen sich heute besser behandeln als noch vor einigen Jahren. Moderne Diagnostik und innovative Therapien ermöglichen besseren Heilungschancen, berichten Experten des Penn State Health Medical Center.

Ein Mann sitzt auf einem Sofa und fasst sich an den schmerzenden Hals
Anhaltende Halsschmerzen und Schluckbeschwerden können ein Hinweis auf Kopf-Hals-Krebs sein.
© Oleksandr Kondriianenko/iStockphoto

Was ist Kopf-Hals-Krebs?

Kopf-Hals-Krebs umfasst mehr als zwei Dutzend Krebsarten im Bereich des Kopfes sowie im Mund- und Rachenraum. Dazu zählen Tumoren von Mund, Rachen, Nase, Nasennebenhöhlen, Speicheldrüsen oder Kehlkopf. Tabak- und Alkoholkonsum gelten schon lange als wichtigste Risikofaktoren. Inzwischen weiß man jedoch, dass auch das humane Papillomavirus (HPV) eine bedeutende Rolle spielt, insbesondere bei Tumoren im Rachen und an den Mandeln. Im Gegensatz zu Krebsarten ohne HPV-Beteiligung sind die Prognosen für HPV-bedingte Krebsarten oft besser.

Eine frühe Diagnose ist entscheidend für den Behandlungserfolg. Warnsignale können schmerzlose Knoten am Hals, anhaltende Halsschmerzen, Schluckbeschwerden oder Veränderungen der Stimme sein.

Personalisierte Therapie dank moderner Tests

Neue diagnostische Verfahren ermöglichen es, Tumoren genauer zu analysieren und Therapien individuell anzupassen. Bestimmte Marker etwa geben Aufschluss darüber, ob ein Patient auf eine Immuntherapie ansprechen wird. Bluttests können zudem zeigen, ob HP-Viren beteiligt sind, was sich ebenfalls auf die Art der Behandlung auswirkt. 

Strahlentherapie und Robotik für präzisere Behandlungen

Fortschritte in der Strahlentherapie und der robotergestützten Chirurgie ermöglichen gezieltere Eingriffe. So nehmen Operationen bei der Behandlung schon immer eine wichtige Rolle ein. Ziel ist es, den Tumor möglichst komplett zu entfernen. Lymphgefäße und -knoten in diesem Bereich werden meist mit entfernt. Die Unterstützung von Robotik ermöglicht heute oft besonders präzise Eingriffe. 

Weiterentwicklungen in der Strahlentherapie helfen Ärzten zudem, die Behandlung gezielt zu steuern. So lässt sich umliegendes Gewebe schonen und die Gefahr für Nebenwirkungen wird verringert. Ein Bespiel ist die Bestrahlung bei Mundhöhlenkrebs. Sie führte früher oft zu einer starken Beeinträchtigung der Speicheldrüsen mit erheblichen Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit und Schluckproblemen. Heute können wichtige Strukturen im Kopf-Hals-Bereich besser geschützt und Nebenwirkungen reduziert werden. 

Immuntherapie als weitere Option

Eine weitere Therapie-Option stellen immuntherapeutische Wirkstoffe dar. Sie sollen Abwehrzellen des Immunsystems dazu bringen, Krebszellen zu erkennen und zu bekämpfen. Sie kann alleine oder in Kombination mit einer Chemotherapie zum Einsatz kommen. 

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