Kann eine Biopsie Krebszellen verteilen? Darum ist die Sorge meist unbegründet

Dr. Karen ZoufalRüdiger Freund  |  17.07.2026 11:21 Uhr

Kann eine Gewebeprobe Krebszellen im Körper verteilen? Diese Sorge haben viele Patienten vor einer Biopsie. Nach dem aktuellen Stand der Forschung ist sie bei den meisten Krebsarten unbegründet. Warum das so ist und welche wenigen Ausnahmen es gibt, erklärt der Krebsinformationsdienst.

Frau, tastet sich die Brust ab.
Bei einem Verdacht auf Krebs wird häufig eine Biopsie durchgeführt. Dabei wird Gewebe entnommen und untersucht.
© Drazen Zigic/iStockphoto

Kann eine Biopsie Krebs streuen?

Vor einer Biopsie stellen viele Patienten dieselbe Frage: Können sich dabei Tumorzellen lösen und später Metastasen bilden? Nach dem heutigen Forschungsstand ist das bei den meisten Krebsarten äußerst unwahrscheinlich. Warum das so ist und welche wenigen Ausnahmen es gibt, erklären Experten vom Krebsinformationsdienst.

Warum eine Biopsie normalerweise keine Metastasen auslöst

Metastasen entstehen, wenn sich Krebszellen vom Ursprungstumor lösen, über Blut- oder Lymphbahnen wandern und sich in einem anderen Organ ansiedeln. Das gelingt allerdings nur einem sehr kleinen Teil der Tumorzellen. Dafür müssen sie mehrere biologische Hürden überwinden.

Dr. Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes, erklärt: „Über all diese Eigenschaften verfügen die bei einer Biopsie abgelösten Tumorzellen meistens nicht.“

Selbst wenn einzelne Krebszellen bei einer Biopsie gelöst werden, können sie sich meist weder im Blut behaupten noch an anderer Stelle festsetzen.

Diese wenigen Krebsarten gelten als Ausnahme

Nur bei sehr wenigen Tumorarten können sich Metastasen infolge einer Biopsie bilden. Diese Fälle werden bei der Planung der Biopsie berücksichtigt. Studien zeigen, dass etwa bei bestimmten Weichteilsarkomen entlang des Biopsiekanals Tumorzellen verbleiben können. Deshalb planen Ärzte den Eingriff besonders sorgfältig und entfernen den Biopsiekanal bei der Operation gegebenenfalls mit. Oder es wird eine Führungskanüle verwendet, die das Entnehmen mehrerer Gewebeproben erlaubt und gleichzeitig das Risiko einer Verschleppung von Tumorzellen minimiert.

Warum eine Biopsie oft unverzichtbar ist

Bei einer Biopsie entnehmen Ärzte eine kleine Gewebeprobe aus einem verdächtigen Bereich. Erst diese Untersuchung zeigt zuverlässig, ob Krebs vorliegt und um welche Tumorart es sich handelt. Außerdem liefert sie wichtige Informationen für die Auswahl der passenden Therapie.

Die Risiken gelten als sehr gering. Nach Angaben des Krebsinformationsdienstes gibt es keine Hinweise darauf, dass eine fachgerecht durchgeführte Biopsie die Heilungschancen verschlechtert.

Für die große Mehrheit der Krebserkrankungen überwiegt der Nutzen der Biopsie das sehr geringe Risiko deutlich. Ohne Biopsie lässt sich bei vielen Tumoren weder die Krebsart noch die passende Therapie sicher bestimmen.

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