Krankheitsbild
Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) ist eine bösartige Veränderung von Zellen am Gebärmutterhals, also dem Übergang zwischen Gebärmutter und Vagina. In der Regel entwickelt sich der Tumor über einen längeren Zeitraum aus Vorstufen. Auslöser ist fast immer eine Infektion mit bestimmten "Hochrisiko"-Typen der Humanen Papillomviren (HPV). Viele Menschen kommen im Lauf ihres Lebens mit HPV in Kontakt, und die meisten Infektionen heilen jedoch von selbst aus. In Deutschland werden fast zwei Drittel der Tumore früh entdeckt.
Symptome/Verlauf
Am Anfang macht Gebärmutterhalskrebs meist keine Beschwerden, frühe sichere Anzeichen gibt es oft nicht. Wenn Symptome auftreten, sind sie nicht automatisch ein Krebszeichen, sollten aber ärztlich abgeklärt werden. Mögliche Hinweise sind zum Beispiel ungewöhnliche Blutungen (etwa nach dem Geschlechtsverkehr, ausserhalb der Regel oder nach den Wechseljahren), länger anhaltende Monatsblutungen, übelriechender oder wässrig-blutiger Ausfluss, Schmerzen im Unterbauch oder Becken sowie Beschwerden beim Wasserlassen oder Stuhlgang. In fortgeschritteneren Situationen können auch Beinschwellungen auftreten oder Flanken- bzw. Rückenschmerzen, wenn die Nieren gestaut sind.
Folgen/Komplikationen
Wenn sich der Krebs ausbreitet, können Tumorzellen in Lymphknoten gelangen und von da auch in andere Körperregionen streuen. Das Stadium der Krebserkrankung wird unter anderem danach beurteilt, wie gross der Tumor ist, inwieweit die Lymphknoten betroffen sind und ob es zur Bildung von Metastasen in anderen Körperregionen kam. Gebärmutterhalskrebs ist im frühen Stadium gut behandelbar. In Deutschland stirbt derzeit eine von 340 Frauen daran. Fünf Jahre nach der Diagnose leben noch etwa zwei Drittel der betroffenen Frauen.
Ursachen/Risikofaktoren
Der wichtigste Risikofaktor ist HPV: Bei etwa 85 Prozent der betroffenen Frauen liegt eine, teilweise schon lang zurückliegende, Infektion mit dem Virus vor. 90 Prozent der Infektionen heilen folgenlos aus. Zervixkarzinome werden in der Regel durch Hochrisiko- bzw. onkogene HPV-Subtypen verursacht. HPV wird vor allem durch sexuellen Kontakt übertragen. Die Infektion bleibt häufig unbemerkt, was die Rolle von Krebsvorsorgeuntersuchungen so wichtig macht. Weitere Faktoren wie Rauchen und eine geschwächte Immunabwehr können das Risiko begünstigen. Am häufigsten tritt Gebärmutterhalskrebs bei Frauen zwischen 40 und 59 Jahren auf.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Bei der Krebsvorsorgeuntersuchung macht der Arzt zunächst einen Zellabstrich (Pap-Test). Je nach Verdacht können weitere Untersuchungen folgen, zum Beispiel eine genaue Betrachtung des Gebärmutterhalses (Kolposkopie), eine Gewebeprobe (Biopsie) oder eine Konisation (kegelförmiges Ausschneiden von Gewebe). Die Behandlung richtet sich vor allem danach, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist. Häufig kommen Operation und/oder Strahlentherapie zum Einsatz, teils kombiniert mit einer Chemotherapie.
Das kann man selbst tun: Vorbeugend kann die HPV-Impfung helfen: In Deutschland empfiehlt die STIKO die HPV-Impfung für Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren; bis zum 18. Geburtstag kann sie nachgeholt werden. Wichtig ist darüber hinaus jedes Jahr zur Krebsvorsorge zu gehen und gegebenenfalls Warnzeichen ernst zu nehmen und sie zeitnah gynäkologisch abklären zu lassen.
Quellenangaben:
Thieme, Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, (2006) - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011) - P.Haag et al, Gynäkologie und Urologie , MVI,, (2010)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.