Krankheitsbild
Eine Eierstock- und Eileiterentzündung betrifft die inneren Fortpflanzungsorgane von Frauen und entsteht meist durch Keime, die aus der Scheide oder dem Gebärmutterhals in die höheren Bereiche aufsteigen. Die Entzündung führt häufig zu Schwellung, Schmerzen und einer eingeschränkten Funktion der betroffenen Organe. Sie kann einseitig oder beidseitig auftreten. In manchen Fällen beginnt sie unbemerkt.
Symptome/Verlauf
Die Beschwerden können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Häufig beginnen sie plötzlich und verstärken sich über Stunden oder Tage. Typische Anzeichen sind:
- Unterbauchschmerzen, meist einseitig stärker
- Fieber oder ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl
- Ausfluss oder Zwischenblutungen
In leichteren Fällen treten nur diffuse Schmerzen auf. Unbehandelt kann die Entzündung fortschreiten und in die Bauchhöhle übergehen. Chronische Verläufe zeigen sich oft durch wiederkehrende Beschwerden und leichte, aber anhaltende Schmerzen.
Folgen/Komplikationen
Bleibt die Entzündung bestehen, kann sie das betroffene Gewebe schädigen. Narbenbildungen an den Eileitern können später zu Fruchtbarkeitsproblemen oder eine befruchtete Eizelle nistet sich ausserhalb der Gebärmutter ein. In schweren Fällen breitet sich die Entzündung im Bauchraum aus. Auch Abszesse können entstehen, die eine intensivere Behandlung erfordern. Eine frühzeitige Therapie senkt das Risiko für bleibende Schäden erheblich.
Ursachen/Risikofaktoren
Die häufigsten Auslöser sind Bakterien, die aus dem unteren Genitalbereich aufsteigen. Dazu zählen unter anderem Keime, die bei Infektionen vorkommen oder sexuell übertragen werden können. Risikofaktoren sind ein ungeschützter Geschlechtsverkehr, vaginale Eingriffe oder das Verwenden einer Spirale und bereits bestehende Infektionen im Genitalbereich. Auch ein geschwächtes Immunsystem kann die Entstehung begünstigen. In manchen Fällen bleibt die genaue Ursache unklar.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er verschreibt vor allem antibakterielle Mittel und entzündungshemmende Medikamente. Bei starken Schmerzen können zusätzliche Arzneimittel zum Einsatz kommen.
Das kann man selbst tun: Schonung und das Meiden belastender Tätigkeiten u unterstützen die Heilung. Grenzen sind erreicht, wenn Fieber, starke Schmerzen oder ein zunehmendes Krankheitsgefühl auftreten. Dann ist rasche ärztliche Hilfe notwendig.Quellenangabe:
Haag, Hanhart, Müller, Gynäkologie und Urologie , MVI, (2007), 3. Aufl.
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.