Trichomonadeninfektion der Scheide

ABDATA Pharma-Daten-Service  |  06.01.2026 00:00 Uhr

Eine Trichomonadeninfektion der Scheide ist eine durch Parasiten verursachte Entzündung. Sie führt zu verändertem Ausfluss und Beschwerden im Intimbereich und wird meist sexuell übertragen.

Inhaltsverzeichnis

Krankheitsbild

In Deutschland ist die Trichomoniasis selten geworden, weltweit zählt sie jedoch zu den häufigsten Vaginalinfektionen. Bei dieser Infektion besiedeln kleine einzellige Parasiten die Scheide und manchmal auch die Harnröhre. Sie lösen eine Entzündung aus, die sich durch auffälligen Ausfluss und Reizungen bemerkbar machen kann. Die Beschwerden können leicht oder ausgeprägt sein. Manche Betroffene bemerken kaum etwas, während andere deutliche Veränderungen spüren. Ohne Behandlung bleibt die Infektion bestehen und kann sich weiter ausbreiten.

Symptome/Verlauf

Typisch sind Veränderungen des Ausflusses und Reizungen im Intimbereich. Häufig treten auf:

  • gelblich schaumiger oder übel riechender Ausfluss
  • Juckreiz Brennen oder Rötung
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Beschwerden beim Geschlechtsverkehr

Der Verlauf kann schleichend beginnen oder plötzlich auftreten. Die Beschwerden verstärken sich oft ohne Behandlung. Auch Partnerinnen oder Partner können infiziert sein, ohne Symptome zu bemerken.

Folgen/Komplikationen

Unbehandelt kann die Infektion zu anhaltenden Entzündungen führen. In manchen Fällen breitet sie sich auf Harnwege oder innere Geschlechtsorgane aus. Bei Schwangeren kann ein erhöhtes Risiko für Komplikationen bestehen. Wiederkehrende Infektionen können das Wohlbefinden stark beeinträchtigen und zu Belastungen im Sexualleben führen.

Ursachen/Risikofaktoren

Die Infektion wird meist durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Ein geschwächtes Immunsystem oder häufig wechselnde Sexualpartner erhöhen das Risiko. Auch eine bereits bestehende Entzündung oder andere Infektionen im Intimbereich können die Anfälligkeit steigern. In seltenen Fällen ist eine Übertragung über feuchte Gegenstände möglich, jedoch deutlich seltener als über direkten Kontakt.

Das kann helfen

Das macht der Arzt: Die Diagnose wird mithilfe eines Abstriches gestellt. Zur Behandlung kommen vor allem bestimmte antimikrobielle Wirkstoffgruppen zum Einsatz.
Das kann man selbst tun: Auf eine schonende Intimhygiene achten, während der Behandlung auf Geschlechtsverkehr verzichten und Kondome benutzen. Grenzen bestehen dort, wo Beschwerden stark sind, Fieber auftritt oder die Symptome trotz Behandlung anhalten. Dann ist ärztliche Betreuung unbedingt notwendig.

Quellenangaben:
Mutschler, Arzneimittelwirkungen, Wiss.Verl.-Ges., (2008), Aufl. 9 - Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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