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Syphilis, Chlamydien & Co.: Sexuell übertragbaren Krankheiten vorbeugen

LAV  |  04.09.2017

Sexuell übertragbare Krankheiten, die früher unter dem Begriff Geschlechtskrankheiten zusammengefasst wurden, sind weltweit wieder auf dem Vormarsch. Der Welttag der sexuellen Gesundheit will das Thema aus der Tabuecke herausholen und deutlich Möglichkeiten aufzeigen, wie man sich und seinen Partner vor diesen Infektionen schützen kann.

Sexuell übertragbare Krankheiten lassen sich leicht verhindern.
Kondome sind die einfachste und beste Methode, um sich vor sexuell übertragbaren Krankheiten zu schützen.
© LIGHTFIELD STUDIOS - Fotolia.com

Genaue Zahlen zu sexuell übertragbaren Krankheiten liegen nicht vor, da nur ein Teil der Erkrankungen einer Meldepflicht unterliegt. In Deutschland müssen zum Beispiel Erkrankungen mit Chlamydien oder Gonokokken nicht gemeldet werden, hingegen sind Syphilis (bei Neugeboreneninfektionen) und Aids/HIV-Erkrankungen meldepflichtig. Problematisch ist auch, dass viele der Erkrankungen mit wenigen oder uncharakteristischen Symptomen einhergehen. Betroffene stellen Juckreiz, Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen oder auch Ausfluss, leichtes Fieber oder eine Schwellung der Lymphknoten fest. Dahinter vermuten viele zunächst leichtere Erkrankungen wie einen Blaseninfekt oder eine vaginale Pilzinfektion.

Die Grenzen zu ernsthafteren Erkrankungen sind fließend, erklärt Christoph Gulde, Vizepräsident des Landesapothekerverbandes Baden-Württemberg (LAV): „Darum ist es wichtig, schon bei diesen leichteren Symptomen auch den Frauenarzt oder Urologen zu Rate zu ziehen. Beispielsweise verlaufen 80 Prozent der Chlamydien-Infektionen bei Frauen symptomlos. Bleiben sie unbehandelt, kann die Infektion bis zur Unfruchtbarkeit führen.“ Wichtig ist die Erkenntnis, dass sexuelle Erkrankungen nicht aufgrund mangelnder Hygiene weitergegeben werden. Hauptrisiko ist immer ungeschützter Geschlechtsverkehr. Darum gilt, so Gulde: „Geschützter Sex mit Kondom ist die beste Vorbeugung gegen sexuell übertragbare Krankheiten. Wer Symptome aufweist, sollte ohne Scheu rasch fachliche Hilfe in Anspruch nehmen.“

Die wichtigsten sexuell übertragbaren Krankheiten im Überblick:

  • Chlamydien-Infektion: Eine bakterielle Infektion, die sich durch Juckreiz und Brennen beim Wasserlassen äußert, Ansteckung meist durch ungeschützten Sex. Unbehandelt kann die Infektion bis zur Unfruchtbarkeit führen.
  • Gonokokken-Infektion (Gonorrhoe, Tripper): Betrifft Männer und Frauen gleichermaßen. Hier gibt es bereits multiresistente Keime, bei denen Antibiotika schon nicht mehr greifen. Symptome sind meist Ausfluss sowie Schmerzen beim Wasserlassen; Ansteckung durch ungeschützten Sex oder Schmierinfektion. Schäden wie bei Chlamydien bis zur Unfruchtbarkeit.
  • Syphilis: Heute sind mehr homosexuelle Männer betroffen. Syphilis schädigt die Schleimhäute und ist gefährlicher „Türöffner“ für Folgeerkrankungen wie Aids/HIV. Nach einem ersten schmerzlosen Geschwür treten nach 6 bis 9 Wochen ein allgemeines Krankheitsgefühl mit Kopf-und Gliederschmerzen sowie Fieber auf. Nach einem weiteren symptomfreien Intervall kann spontane Heilung eintreten (bei 75 Prozent aller Fälle). Bei den restlichen Betroffenen können ein schweres Krankheitsstadium mit Schäden des zentralen Nervensystems und eine Immunschwäche folgen. Die Ansteckung geschieht durch ungeschützten Sex oder Blutkonserven.
  • Aids/HIV: Da der Erreger sehr viele verschiedene Typen hat, kann das Krankheitsbild stark variieren. Nach meist 2 nach 3 Wochen tritt bei etwa der Hälfte der Erkrankten eine leichtere Erkrankung mit Fieber und Lymphknotenschwellung auf, was oft übersehen wird, da die Symptome sehr schwach ausgeprägt sein kann. Auf eine Monate bis Jahre dauernde symptomfreie Periode folgt das chronische Stadium, was sich in allgemeiner Schwäche, Haut-und Schleimhautschäden oder gastrointestinalen Störungen manifestieren kann. Typisch sind vielen Folge-Infektionen wie beispielsweise Pilzerkrankungen oder Tuberkulose, die sich aufgrund des geschwächten Immunsystems ausbreiten können. Die Übertragung erfolgt durch Blut oder andere infektiöse Körperflüssigkeiten, vor allem bei ungeschütztem Sex.

 

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