Dass im Sommer, speziell bei Urlaubsreisen, der Zyklus unregelmäßig sein kann oder die Monatsblutung anders ausfällt als gewohnt, muss kein Grund zur Beunruhigung sein. Darauf weist der BVF in einer Mitteilung hin. Zeitverschiebung, veränderte Schlafzeiten, Stress, Ernährungsumstellungen oder Erkrankungen sind ungewohnte Faktoren, auf die der weibliche Zyklus sensibel reagieren kann.
Große Hitze kann den Körper belasten
„Bei sehr hohen Temperaturen – nach unserer Erfahrung besonders ab etwa 36 Grad – steht der Körper unter zusätzlichem Stress. Das kann den Zyklus verschieben“, sagt Dr. Carmen Seifried, niedergelassene Frauenärztin und stellvertretende Landesvorsitzende des BVF Baden-Württemberg. Der Zyklus kann sich verkürzen oder verlängern. Zugleich weiten sich bei Hitze die Gefäße, sodass die Blutung stärker ausfallen kann.
Durch starkes Schwitzen verliert der Körper außerdem Flüssigkeit und Elektrolyte. Dadurch können Schwindel, Schwäche, Erschöpfung und Menstruationsschmerzen zunehmen. Der BVF empfiehlt deshalb, regelmäßig zu trinken und auf eine ausreichende Versorgung mit Elektrolyten und Magnesium zu achten. Wasserreiche Lebensmittel wie Melonen, Gurken oder Tomaten können die Flüssigkeitszufuhr unterstützen. Ruhe und kühle Räume entlasten zusätzlich den Kreislauf. Bei anhaltendem Schwindel, Verwirrtheit oder Ohnmacht ist rasch ärztliche Hilfe erforderlich.
Pille und Zeitverschiebung: Einnahme vorher planen
Andere Zeitzonen und Tagesabläufe können die Einnahme der Pille durcheinanderbringen. Eine Zeitverschiebung beeinträchtigt den Verhütungsschutz jedoch nicht automatisch. Entscheidend ist, dass der für das jeweilige Präparat zulässige Abstand zwischen zwei Tabletten eingehalten wird. Dieser kann sich je nach Wirkstoff deutlich unterscheiden, insbesondere bei reinen Gestagenpillen. Vor der Reise lohnt sich deshalb ein Blick in die Packungsbeilage, rät der BVF. Ein Einnahmeplan und eine Erinnerung im Smartphone können zusätzlich helfen.
Erbrechen kurz nach der Einnahme oder länger anhaltender Durchfall können verhindern, dass die Wirkstoffe vollständig aufgenommen werden. Dann gelten die Angaben des Präparats für eine vergessene Einnahme, informiert der BVF. Unter Umständen ist vorübergehend eine zusätzliche Verhütung mit Kondomen notwendig. Kupfer- und Hormonspiralen, Verhütungsimplantate und Kondome werden durch Magen-Darm-Erkrankungen dagegen nicht in ihrer Wirkung beeinträchtigt.
Pille und Kondome vor Hitze schützen
Kondome sollten auf Reisen vor Sonne, großer Hitze und Beschädigungen geschützt und nicht längere Zeit im Geldbeutel aufbewahrt werden. Vor Gebrauch sollte man Haltbarkeitsdatum und Verpackung kontrollieren. Auch Medikamente vertragen große Hitze nicht. „Pillen können ab 30 Grad Celsius ihre Wirkung verlieren und gerade beim Verreisen sollte man sie nicht im Auto oder in der direkten Sonne liegen lassen“, warnt Seifried.
Wer symptothermal verhütet, sollte auf Reisen Störfaktoren wie veränderte Messzeiten, unterbrochene Nächte, Alkohol, Fieber oder Erkrankungen dokumentieren. Lässt sich das fruchtbare Zeitfenster nicht sicher bestimmen, empfiehlt der BVF bei fehlendem Kinderwunsch zusätzlich Kondome.
Wann ärztlicher Rat wichtig ist
Bleibt die Monatsblutung aus und ist eine Schwangerschaft möglich, sollte ein Schwangerschaftstest durchgeführt werden. Ungewöhnlich starke, langanhaltende oder sehr schmerzhafte Blutungen sollten frauenärztlich abgeklärt werden.