Krankheitsbild
Unregelmässige oder ausbleibende Regelblutungen werden auch als Zyklusstörungen bezeichnet. Darunter versteht man Veränderungen der Häufigkeit, Stärke oder Dauer der Monatsblutung. Normalerweise dauert eine Regelblutung etwa drei bis vier Tage und kommt einmal im Monat. Kommt es zu Abweichungen, kann das harmlose Ursachen haben, aber auch auf Erkrankungen hinweisen.
Symptome/Verlauf
Zyklusstörungen können sich sehr unterschiedlich bemerkbar machen. Man unterscheidet vor allem Störungen der Häufigkeit und der Stärke der Blutung. Diese Unregelmässigkeiten gibt es:
- Amenorrhoe: Die Regelblutung bleibt aus. Hat eine Frau noch nie eine Regelblutung gehabt, spricht man von einer primären Amenorrhoe, zum Beispiel bei angeborenen Fehlbildungen. Bleibt die Regel bei Frauen, die bereits ihren Zyklus haben, länger als drei Monate aus oder kommt seltener als neun Mal im Jahr, nennt man das sekundäre Amenorrhoe.
- Polymenorrhoe: Die Regelblutung kommt sehr häufig, mit Abständen unter 24 Tagen.
- Oligomenorrhoe: Die Regelblutung kommt selten, mit Abständen von mehr als 35 Tagen.
- Zwischenblutungen: Kleine Blutungen treten zusätzlich zwischen den normalen Regelblutungen auf.
- Blutungen nach den Wechseljahren
- Hypermenorrhoe: Sehr starke Regelblutung bei normaler Dauer.
- Hypomenorrhoe: Sehr schwache Regelblutung.
Folgen/Komplikationen
Der weitere Verlauf hängt von der Ursache der Zyklusstörung ab. Häufig stecken hormonelle Schwankungen oder psychische Belastungen dahinter, die sich wieder normalisieren können. Bleiben Blutungen jedoch länger aus oder treten ungewöhnliche Blutungen auf, kann dies die Fruchtbarkeit beeinträchtigen oder auf ernsthafte Erkrankungen hinweisen. Besonders Blutungen nach den Wechseljahren müssen immer ärztlich abgeklärt werden, um bösartige Veränderungen auszuschliessen.
Ursachen/Risikofaktoren
Zyklusstörungen sind sehr häufig und haben viele mögliche Ursachen. Dazu gehören:
- natürliche Lebensphasen wie Pubertät, Schwangerschaft, Stillzeit oder Wechseljahre
- Stress, starke seelische Belastungen oder extremes Sporttreiben
- starkes Unter- oder Übergewicht
- hormonelle Störungen im hormonproduzierenden Hypothalamus oder in den Eierstöcken
- das Polyzystische Ovar-Syndrom (PCOS)
- vorzeitige Wechseljahre
- Narben oder Schäden der Gebärmutterschleimhaut
- hormonelle Verhütungsmittel oder bestimmte Medikamente
In seltenen Fällen können auch Krebserkrankungen der Geschlechtsorgane eine Rolle spielen.
Das kann helfen
Was man selbst tun kann? Selbst können Betroffene auf einen ausgewogenen Lebensstil und eine gute Ernährung achten, Stress reduzieren und extreme körperliche Belastungen vermeiden. Wichtig ist, anhaltende oder neu auftretende Zyklusveränderungen ärztlich abklären zu lassen.
Das macht der Arzt: Die Ärztin oder der Arzt klärt zunächst die Ursache, zum Beispiel durch Gespräche, Untersuchungen, Bluttests oder Ultraschall. Die Behandlung richtet sich nach dem Auslöser und kann hormonell oder anders erfolgen.Quellenangabe:
Thieme, Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, (2006)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.