Der Sommer ist da, die nächste Hitzewelle steht unmittelbar bevor. Hohe Temperaturen können jedoch nicht nur den Kreislauf belasten, sondern auch die Wirkung von Medikamenten beeinflussen. Wer dauerhaft Arzneimittel einnimmt, sollte sich deshalb in der Apotheke beraten lassen.

„Wer längerfristig Arzneimittel braucht, sollte in der Apotheke vor Ort nachfragen, ob eine Dosisanpassung oder andere Vorsichtsmaßnahmen notwendig sind“, rät Stephanie Tiede, Apothekerin und Vorstandsmitglied der Bundesapothekerkammer. „Zwei oder drei heiße Tage sind in der Regel kein Problem. Auf eine längere Hitzeperiode sollte man sich jedoch vorbereiten. Die Beratung in der Apotheke empfehle ich besonders Menschen, die dauerhaft verschreibungspflichtige Medikamente einnehmen.“
Eine Hitzewelle kann die Wirkung bestimmter Arzneimittel verstärken oder verändern. Besonders betroffen sind beispielsweise wirkstoffhaltige Schmerzpflaster, die unter anderem bei starken Schmerzen eingesetzt werden. Der enthaltene Wirkstoff wird über die Haut aufgenommen und gelangt in den Blutkreislauf. „Bei Hitze wird die Haut stärker durchblutet. Dadurch kann mehr Wirkstoff aufgenommen werden“, erklärt Tiede. „Eine unabsichtliche Überdosierung könnte unter anderem den Atemreflex verringern. Das kann lebensgefährlich werden.“
Patientinnen und Patienten sollten jedoch niemals eigenständig die Dosierung verändern. Hier kann die Apotheke niedrigschwellig und kompetent beraten. Wichtig zu wissen: Die Wirkung solcher Pflaster hält auch nach dem Entfernen noch einige Zeit an.
Bei hohen Temperaturen verliert der Körper durch Schwitzen viel Flüssigkeit. Einige Medikamente gegen Bluthochdruck, insbesondere Entwässerungsmittel (Diuretika), können diesen Flüssigkeitsverlust zusätzlich verstärken. Die Folge kann eine Austrocknung des Körpers sein. Mögliche Anzeichen:
„Während einer Hitzewelle kann eine vorübergehende Anpassung der Medikamentendosis erforderlich sein. Lassen Sie sich dazu in Ihrer Apotheke beraten“, empfiehlt Tiede. Betroffene sollten ihr Körpergewicht möglichst täglich kontrollieren, um Veränderungen im Wasserhaushalt frühzeitig zu erkennen. Zudem sei eine ausreichende Versorgung mit Flüssigkeit und Elektrolyten wichtig.
Nicht nur die Einnahme, auch die Lagerung von Medikamenten spielt während einer Hitzewelle eine wichtige Rolle. Hohe Temperaturen können die Qualität und Wirksamkeit von Arzneimitteln beeinträchtigen.
Nicht kühlpflichtige Arzneimittel sollten in der Regel bei Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad Celsius gelagert werden. Kühlpflichtige Medikamente wie Insulin benötigen Temperaturen zwischen 2 und 8 Grad Celsius. In Apotheken sind spezielle Kühltaschen erhältlich, die helfen können, empfindliche Arzneimittel auch unterwegs sicher zu transportieren.
„Wer bei großer Hitze seine – hoffentlich kühle – Wohnung nicht verlassen möchte, dem liefern wir bei Bedarf dringend notwendige Arzneimittel auch per Botendienst“, sagt Tiede, die in einer Hamburger Apotheke tätig ist. Die meisten Apotheken bieten inzwischen einen Botendienst an.
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