GesellschaftGesundheit

Klimaschutz ist Gesundheitsschutz

ZOU  |  06.12.2023

Hitzewellen mit langanhaltend hohen Temperaturen sind seit Jahren auch in Deutschland angekommen, und der Klimawandel belastet durch Hitze und Luftschadstoffe die Gesundheit. Das unterstreicht die überdurchschnittliche Sterblichkeit, die in den Sommern der vergangenen Jahren beobachtet wurde.

Stadtansicht in Thailand.
Hitzewellen nehmen seit Jahren zu und schaden auch der Gesundheit. Das belegt auch die überdurchschnittliche Sterblichkeit in den Sommermonaten.
© coffeekai/iStockphoto

Hitze und Luftschadstoffe beeinflussen sich gegenseitig: Durch Sonneneinstrahlung, Hitze und Trockenheit bilden sich vermehrt Feinstaub und das Gas Ozon. „Hitzewellen mit Temperaturen über 30 Grad Celsius sind besonders für verletzliche Bevölkerungsgruppen fatal und lebensbedrohlich. Dies trifft vor allem Säuglinge und Kleinkinder, Schwangere, Ältere sowie chronisch Kranke mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Lungenleiden, Krebs und Diabetes, wenn Schutzmaßnahmen ausbleiben“, warnte Prof. Dr. Thomas Meinertz vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung im Zusammenhang mit der UN-Weltklimakonferenz in Dubai.

Das zeigt sich auch an den Sterblichkeitszahlen des Robert Koch-Instituts in den Sommermonaten der letzten Jahre: Den Schätzungen nach gab es 2018 eine hitzebedingte Übersterblichkeit von 8.700 Todesfällen, 6.900 im Jahr 2019 und 4.500 im Jahr 2022.

Luftschadstoffe geraten über die Atemwege in die Lunge, wo sie Immunzellen aktivieren, die Fremdkörper aus den Atemwegen schaffen. Dabei kommt es auch zur Bildung von schädlichen Stoffwechselprodukten und Entzündungsreaktionen, die sich auf den gesamten Körper auswirken können. So begünstigt der chronische Entzündungsreiz z. B. eine fortschreitende Gefäßverkalkung (Arteriosklerose). „Gerade bei Menschen, die bereits Gefäßschäden aufweisen und die chronischer Luftverschmutzung ausgesetzt sind, kann sich die Situation so verschlechtern, dass es vorzeitig zu Herzinfarkt oder Schlaganfall kommt“, sagte Meinertz.

Die hohen Temperaturen können zudem den Flüssigkeitshaushalt durcheinanderbringen: Durch starkes Schwitzen gehen Wasser und Salze verloren, vor allem Natrium und Kalium. Wenn man nicht genügend trinkt, können sich die Fließeigenschaften des Blutes und die Gerinnung verändern. Meinertz erläuterte: „Das kann bei Hitze das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfälle, Venenthrombosen und Lungenembolien erhöhen.“

Klimaschutz kommt deshalb auch der Gesundheit zugute. Er ist eine große politische und gesellschaftliche Aufgabe, aber jeder kann dazu beitragen: „Wer sich durch einen neuen Lebensstil gegen den Klimawandel engagiert, verbessert zugleich durch Umstellung der Ernährung, etwa auf die herzgesunde Mittelmeerküche, und vermehrte körperliche Aktivität seinen Gesundheitszustand“, sagte Prof. Meinertz.

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