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Hitze: Geschmolzene Zäpfchen nicht mehr verwenden

08.07.2016

Im Sommer brauchen Medikamente Schutz vor der prallen Sonne und generell vor starker Hitze. „Wird ein Medikament falsch gelagert, kann es seine Wirkung verändern oder verlieren – auch wenn man das von außen nicht sieht“, sagt Apotheker Dr. Volker Schmitt, Pressesprecher der Apotheker in Bayern.

Ob unterwegs oder zu Hause: Für seine Medikamente braucht man ein kühles und schattiges Plätzchen.
Ob unterwegs oder zu Hause: Für seine Medikamente braucht man ein kühles und schattiges Plätzchen.
© drubig-photo - Fotolia.com

Einige Veränderungen durch Hitze sind bereits äußerlich zu erkennen: Zäpfchen beispielsweise schmelzen in der Sonne. Wenn Zäpfchen einmal geschmolzen sind und dann wieder erstarren, ist der Wirkstoff nicht mehr gleichmäßig verteilt. Es kann dann zu Unter- oder Überdosierung kommen. Schmitt: „Einmal geschmolzene Zäpfchen bitte nicht mehr wiederverwenden.“ Auch Cremes und Salben werden unbrauchbar, weil sich in der Sonne die festen und flüssigen Bestandteile voneinander trennen. Säfte und Lösungen sind ebenfalls anfällig. Werden etwa Asthmasprays in der direkten Sonne gelagert, können sich die Dosierungsgenauigkeit und die Wirksamkeit verändern. Am widerstandsfähigsten sind feste Darreichungsformen – also Tabletten oder Dragees. „Eine normale Tablette kann auch schon mal 50 Grad für eine halbe Stunde aushalten. Danach wird es allerdings kritisch“, so Schmitt.

Im Hochsommer kann es bei Schmerzpflastern zu Überdosierungen kommen. Durch eine erhöhte Hauttemperatur werden die stark wirksamen schmerzstillenden Wirkstoffe schneller und leichter durch die Haut hindurch ins Blut aufgenommen. „Patienten sollten die Hautstelle mit dem Schmerzpflaster vor intensiver Sonnenbestrahlung schützen und sich soweit möglich in kühlen Räumen aufhalten“, rät Schmitt.

Medikamente sind unterschiedlich temperaturempfindlich. Idealerweise werden die meisten Arzneimittel unter 25 Grad Celsius gelagert. Einige Medikamente – etwa Insuline oder auch in der Apotheke hergestellte Antibiotikasäfte für Kinder – sind aber am besten im Kühlschrank aufgehoben. Schmitt rät deshalb: „Am besten fragen Sie immer in der Apotheke nach, wie die einzelnen Medikamente gelagert werden sollten.“

BLAK/RF

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