Bluthochdruck, fachsprachlich Hypertonie ist eine weit verbreitete Erkrankung, die oft unbemerkt bleibt. Sie entsteht, wenn der Druck in den Blutgefäßen dauerhaft zu hoch ist. Fast jeder Dritte in Deutschland ist betroffen. Lesen Sie, welche Symptome auftreten können, wie sich Bluthochdruck behandeln lässt und was Sie selbst tun können.

Von Bluthochdruck oder Hypertonie spricht man, wenn wiederholt ein Blutdruck über 140 / 90 mmHg gemessen wird. Unbehandelt kann Bluthochdruck Schäden an den Gefäßwänden verursachen, die Entstehung der Arteriosklerose (Arterienverkalkung) fördern und zu schweren Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall führen.
Bluthochdruck verursacht lange Zeit keine Beschwerden und wird oft zufällig entdeckt.
Mögliche Anzeichen sind:
In schweren Fällen kann es zu Brustschmerzen oder Nasenbluten kommen. Manche Betroffene berichten auch von einem Druckgefühl im Kopf oder plötzlichem Schweißausbruch. Da diese Symptome auch auf andere Erkrankungen hinweisen können, ist es wichtig, regelmäßig den Blutdruck zu kontrollieren.
Unbehandelter Bluthochdruck schädigt langfristig Gefäße und Organe. Mögliche Folgen sind:
Je früher Bluthochdruck erkannt und behandelt wird, desto besser lassen sich Komplikationen vermeiden. Die Krankheit entwickelt sich meist schleichend über Jahre hinweg, sodass viele Betroffene die ersten Warnzeichen übersehen. Besonders gefährlich ist eine sogenannte hypertensive Krise, bei der der Blutdruck plötzlich auf Werte über 230/120 mmHg ansteigt. Hier drohen akute Organschäden, und Betroffene sollten umgehend ärztliche Hilfe suchen.
Unser Blutdruck schwankt sehr häufig. So muss man beachten, dass bei körperlicher Arbeit, Aufregung oder durch Genussmittel wie Tee oder Kaffee eine kurzfristige Blutdruckerhöhung ganz normal ist. Manchmal misst man erhöhte Blutdruckwerte nur in Anwesenheit des Arztes oder des Pflegepersonals (sogenanntes „Weißkittelsyndrom“). Deshalb ist ein einmalig erhöhter Blutdruck noch nicht behandlungsbedürftig. Ob wirklich ein Bluthochdruck vorliegt, kann der Arzt erst nach wiederholt erhöhten Werten oder nach einer Langzeitblutdruckmessung (Blutdruckmessung über 24 Stunden) feststellen.
Sehr viele, besonders ältere Menschen, sind von Bluthochdruck betroffen. In den meisten Fällen bleibt die genaue Ursache unklar (primäre Hypertonie). Risikofaktoren sind:
Manchmal steckt eine Grunderkrankung dahinter (sekundäre Hypertonie), etwa Nierenprobleme oder hormonelle Störungen. Auch bestimmte Medikamente können den Blutdruck erhöhen. Dazu gehören entzündungshemmende Schmerzmittel, hormonelle Verhütungsmittel oder abschwellende Nasensprays. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte daher mit einer Ärztin oder einem Arzt klären, ob diese den Blutdruck beeinflussen.
Ein einmalig erhöhter Blutdruck bedeutet nicht automatisch eine Erkrankung. Ärztinnen und Ärzte messen daher mehrfach oder setzen eine 24-Stunden-Messung ein. Eine genaue Diagnose erfolgt durch:
Wichtig ist, dass der Blutdruck in einer ruhigen Umgebung gemessen wird, da Stress und Nervosität zu kurzfristigen Erhöhungen führen können. Wer zu Hause selbst misst, sollte dies regelmäßig und unter gleichen Bedingungen tun, um verlässliche Werte zu erhalten.
Bluthochdruck lässt sich oft durch eine gesunde Lebensweise senken:
Falls das nicht reicht, verordnen Ärztinnen und Ärzte blutdrucksenkende Medikamente. Es gibt mehrere Gruppen, die jeweils unterschiedlich wirken:
Manchmal sind Kombinationen nötig. Wichtig: Medikamente regelmäßig einnehmen und nicht eigenmächtig absetzen!
Apotheken bieten zudem Blutdruckmessungen und Beratungsgespräche an. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, kann sich auch über Wechselwirkungen mit anderen Präparaten beraten lassen.
Quellen
Zuletzt aktualisiert: 08.04.2024
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