Das Online-Programm „StresSOS“ wurde zur Prävention von psychischen Erkrankungen bei Jugendlichen entwickelt – mit Erfolg: Wer aktiv daran teilnahm, hatte bessere Chancen, psychisch gesund zu bleiben.

Psychische Probleme bei Jugendlichen sind keine Seltenheit – in einer Umfrage der Krankenkasse Barmer vor Kurzem war mehr als jeder zweite Jugendliche bereits von psychischen Belastungen selbst betroffen (aponet.de berichtete). Dabei wusste nicht jeder, wie und wo er Hilfe bekommen kann. Das Online-Programm „StresSOS“ setzt bereits bei der Prävention an, ist aber noch nicht für die Allgemeinheit verfügbar.
StresSOS umfasst acht Online-Einheiten, die Woche für Woche freigeschaltet wurden. Die Jugendlichen konnten per Smartphone, Tablet oder Computer auf Videos, Texte und Audios zu Stressbewältigung, Lebenskompetenzen und psychischer Gesundheit zugreifen. Zu jeder Einheit gibt es Aufgaben und Quizfragen, um das Gelernte zu festigen.
Um herauszufinden, ob das Programm funktioniert, nahmen 1.118 junge, psychisch gesunde Menschen im Alter zwischen 12 und 25 Jahren an einer Studie Teil. Die Hälfte erhielt das StresSOS-Programm, die andere Hälfte ein neutrales Vergleichsangebot. Nach einem Jahr wurden Daten erhoben und analysiert:
Allerdings nahmen etwas mehr Mädchen und etwas mehr Schülerinnen und Schüler vom Gymnasium teil. Daher sind die Ergebnisse nur eingeschränkt zu verallgemeinern.
„Es ist etwas Besonderes, dass wir mit unserer Studie in Schwäbisch Gmünd zeigen konnten, dass mehr psychisch gesunde Jugendliche tatsächlich psychisch gesund bleiben, wenn sie an unserem Programm teilnehmen“, betont Laya Lehner in einer Mitteilung der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd zur Veröffentlichung ihrer Doktorarbeit. Sie hat das StresSOS-Programm konzipiert und die Studie zur Wirksamkeit durchgeführt. Das Ergebnis zeige, dass digitale Prävention einen wertvollen Beitrag zur gesunden sozialen und emotionalen Entwicklung Jugendlicher leisten könne.
Quelle: urn:nbn:de:bsz:752-opus4-5729 (Studie III in der Doktorarbeit)
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