Warum eine falsche Sonnenbrille Ihren Augen schaden kann

Dr. Frank Schäfer Wolf Löchel  |  05.08.2026 15:22 Uhr

Dunkle Gläser schützen die Augen nicht automatisch. Entscheidend ist der UV-Schutz: Fehlt er, kann eine Sonnenbrille sogar schädlicher sein als gar keine. Worauf Sie beim Kauf achten sollten und warum Augenärzte zu UV400 raten, erklärt der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands.

Junge braunhaarige Frau in Cabrio mit Sonnenbrille
Brillen sind nicht nur ein Modestatement, sie bewahren auch die Augen vor UV-Schäden.
© monkeybusinessimages/iStockphoto

Warum dunkle Gläser allein nicht gut schützen

Kaum ein Alltagsgegenstand ist so augenfällig wie die Sonnenbrille. Knallige Farben, Retro-Charme, auffällige Rahmen: Beim Kauf entscheidet oft das Aussehen. Damit die Brille die Augen aber auch wirklich schützt, kommt es auf mehr an als auf die Optik.

Der wichtigste Punkt ist der UV-Schutz, und der hat nichts mit der Tönung zu tun. Eine dunkle Scheibe schwächt nur das sichtbare Licht ab und schützt vor Blendung. Ob die Brille die gefährliche UV-Strahlung abhält, erkennt man allein an der Kennzeichnung UV400. Auf die sollte man laut dem Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) unbedingt achten. Gut ist zudem, wenn die Brille auch seitlich einfallende Strahlung abhält.

Warum eine falsche Sonnenbrille den Augen schaden kann

Eine dunkle Brille ohne UV-Schutz ist sogar gefährlicher als gar keine. Hinter der dunklen Scheibe weitet sich die Pupille, und so gelangt besonders viel UV-Strahlung ungehindert ins Auge. Wer zur billigen Tönungsbrille ohne UV400-Kennzeichen greift, schadet den Augen also mehr, als er ihnen hilft.

Welche Schutzkategorie Sie brauchen

Für den Blendschutz definiert die Norm DIN EN ISO 12312 fünf Kategorien, von 0 bis 4. Für den Alltag reicht laut BVA eine Sonnenbrille der Kategorie 2 oder 3. Kategorie 4 ist extremen Bedingungen wie Hochgebirge und Gletscher vorbehalten und darf nicht zum Autofahren getragen werden, weil sie das Sichtfeld zu stark abdunkelt.

Ab welchem UV-Index Sie am besten eine Sonnenbrille tragen

Der BVA rät ab einem UV-Index von 3 zu Sonnenbrille und Kopfbedeckung. Diesen Wert erreicht die Strahlung in Deutschland an sonnigen Tagen bereits im Frühjahr. Der aktuelle UV-Index steht in jeder Wetter-App und in den Vorhersagen des Bundesamts für Strahlenschutz.

Besonders hoch ist die Belastung am Meer, wo Wasser und Sand das Licht zurückwerfen, und in den Bergen. Pro 1.000 Höhenmeter nimmt die UV-Strahlung um rund 20 Prozent zu, und reflektieren Eis und Schnee zusätzlich, steigt das Risiko weiter.

Welche Schäden UV-Strahlung an den Augen verursachen kann

Ohne Schutz kann UV-Strahlung den Augen kurzfristig und dauerhaft schaden. Akut droht ein „Sonnenbrand" der Augenoberfläche, der äußerst schmerzhaft ist. Langfristig kann die Strahlung die Netzhaut schädigen, die Bindehaut verändern und die Entstehung des altersbedingten Grauen Stars beschleunigen, also die Eintrübung der Augenlinse. Eine hohe UV-Belastung fördert sogar Hautkrebs auf der Augenoberfläche und der umgebenden Haut.

Beim Sonnenbrillenkauf beraten lassen

Wer sichergehen will, kauft die Sonnenbrille beim Augenoptiker und lässt sich dort beraten. Ergänzend hilft ein Hut oder eine Schirmmütze, die das Gesicht beschattet. 

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