Am 23. März 2026 ist vielerorts mit geschlossenen Apotheken und mit Kundgebungen zu rechnen, wie die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände ankündigt. Die Arzneimittelversorgung sicherten aber auch dann Notdienst-Apotheken. Mit diesen Protesten will die Apothekerschaft bundesweit auf ihre wirtschaftliche Lage aufmerksam machen und eine Honorarerhöhung erreichen.
Hintergrund: Steigende Kosten, stagnierende Vergütung
„Wir wehren uns dagegen, dass die Apotheken kaputtgespart werden. Unsere Kosten sind in den letzten 13 Jahren um 65 Prozent gestiegen – die Vergütung hingegen stagniert. Deswegen mussten seit 2013 fast 20 Prozent der Apotheken schließen. Und ein Ende der Schließungswelle ist nicht absehbar“, erklärt ABDA-Präsident Thomas Preis in der Mitteilung. Das Honorar pro abgegebener Arzneimittelpackung lege die Bundesregierung fest. Im Koalitionsvertrag wird eine Erhöhung dieses Fixums auf 9,50 Euro angekündigt. Der Präsident fordert: „Die Politik muss jetzt zu Ihrer Zusage stehen – ohne Wenn und Aber.“
Die ABDA warnt, dass weitere Apothekenschließungen die wohnortnahe Versorgung gefährden könnten. „Unter den Schließungen der Apotheken leiden Patientinnen und Patienten, denn ohne eine Apotheke vor Ort wird die Versorgunglage für viele Menschen kritisch“, so Preis. Gerade mit Blick auf den demografischen Wandel und mögliche Krisen sei eine stabile Arzneimittelversorgung wichtig.
Kampagne und Online-Petition gestartet
Die Proteste sind Teil einer größeren Initiative gegen das sogenannte Apothekensterben. Bereits Ende Januar startete die Kampagne „Uns gibt es nicht zum Nulltarif!“, die auf die finanzielle Situation der Apotheken aufmerksam macht. Zudem läuft die bundesweite Online-Petition „Apothekensterben stoppen – Koalitionsvertrag jetzt umsetzen!“, mit der Bürgerinnen und Bürger die Apotheken gegenüber der Politik stärken können. Link dazu: openpetition.de/!fgpmn
Apotheken-Leitung ohne ständig anwesenden Apotheker
Eine weitere Gefährdung sieht die ABDA-Mitgliederversammlung im Entwurf des Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetzes: Dieser, so die ABDA, sehe eine zeitweise Apotheken-Leitung ohne Apotheker oder Apothekerin in ständiger Präsenz vor. Preis erklärt: „Eine Apotheke ohne ständig anwesende Apothekerin oder Apotheker ist ein gefährlicher Irrweg. Verlierer wären Patientinnen und Patienten und die Arzneimitteltherapiesicherheit.“ Am Freitag, dem 27. Februar 2026, soll der Bundestag erstmals den Entwurf diskutieren.