1977 gab es in West- und Ostdeutschland zusammen 16.374 Apotheken – Ende 2025 ist wieder ein ähnlicher Stand erreicht mit 16.601 Apotheken. Das meldet die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Ihre Zahlen stammen aus den Meldungen der Landesapothekerkammern. Im Jahr 2025 haben 502 Apotheken geschlossen und 62 neu eröffnet.
Warum schließen Apotheken in Deutschland?
Die Apotheken befinden sich in einer wirtschaftlichen Zwangslage: „Seit der letzten Erhöhung des Festhonorars im Jahr 2013 sind die Kosten in den Apotheken um 65 Prozent gestiegen“, erklärt ABDA-Präsident Thomas Preis. „Für immer mehr Apotheken ist ein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb nicht mehr darstellbar.“ Darauf hatten die Apotheken auch mit der Protestaktion “Blackout” im Dezember 2025 hingewiesen.
Linderung hatte der Koalitionsvertrag von Union und SPD in Aussicht gestellt, denn er schreibt eine Erhöhung des Apothekenpackungsfixums auf 9,50 Euro fest. Bei dem Fixum handelt es sich um die Vergütung für jede verschreibungspflichtige Verpackung. Ende 2025 hat das Bundeskabinett zwar die Apothekenreform beschlossen, dabei aber die Erhöhung nicht auf den Weg gebracht. „Vor dem Hintergrund weiter anhaltender Apothekenschließungen ist es vollkommen unverständlich, dass die Bundesregierung die Erhöhung des Fixhonorars im laufenden Vorhaben der Apothekenreform gänzlich ausklammert“, betont Preis.
Folgen der Apothekenschließungen
„Selbst wenn sich das Apothekensterben im vergangenen Jahr leicht abgeschwächt hat, sind auch 2025 wieder rund 500 Betriebe unwiederbringlich aus der Versorgung verschwunden“, ordnet Preis die Entwicklung ein. Jede Apothekenschließung schwäche die Resilienz der Arzneimittel- und Gesundheitsversorgung in Deutschland. Die Versorgung durch ausreichend viele Apotheken gehöre zur Daseinsvorsorge der Menschen.