FSME 2025: Dritthöchste Fallzahl seit Beginn der Erfassung
Die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, ist eine Virusinfektion, die durch Zecken übertragen wird. Sie kann das Gehirn und die Hirnhäute betreffen und schwere Verläufe auslösen.
Im Jahr 2025 wurden bundesweit 693 FSME-Erkrankungen gemeldet. Das ist die dritthöchste Zahl seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 2001. Diese Entwicklung zeigt: FSME bleibt ein relevantes Gesundheitsrisiko, vor allem während der Zeckensaison von Frühjahr bis Herbst.
Diese Regionen gelten als FSME-Risikogebiete
Ein erhöhtes Risiko für eine FSME-Infektion besteht vor allem in:
- Bayern
- Baden-Württemberg
- Südhessen
- südöstlichem Thüringen
- Sachsen
- südöstlichem Brandenburg
- östlichem Sachsen-Anhalt
Hinzu kommen einzelne Risikogebiete in:
- Mittelhessen (Landkreis Marburg-Biedenkopf)
- Saarland (Saarpfalz-Kreis)
- Rheinland-Pfalz (Landkreis Birkenfeld)
- Niedersachsen (Landkreise Emsland und Celle)
- Nordrhein-Westfalen (Stadtkreis Solingen)
Karte: Zwei neue Risikogebiete in 2026 dazugekommen
Aktuell sind 185 Kreise bundesweit als FSME-Risikogebiete ausgewiesen. Neu hinzugekommen sind der Landkreis Nordsachsen sowie der Stadtkreis Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt. In Sachsen gelten damit inzwischen fast alle Regionen als FSME-Risikogebiet, mit Ausnahme von Stadt und Landkreis Leipzig. Die Karte mit allen aktuellen Risikogebieten in Deutschland gibt es beim Robert Koch-Institut.
Auch in Bundesländern ohne offiziell ausgewiesene Risikogebiete wurden vereinzelt FSME-Fälle beobachtet. Wer nach einem Zeckenstich grippeähnliche Symptome oder neurologische Beschwerden entwickelt, sollte deshalb überall in Deutschland an FSME denken und ärztlichen Rat suchen.
Wer sollte sich gegen FSME impfen lassen?
Die Ständige Impfkommission, kurz STIKO, empfiehlt die FSME-Impfung Personen, die in Risikogebieten leben oder dort regelmäßig Zecken ausgesetzt sind, zum Beispiel bei Outdoor-Aktivitäten, Gartenarbeit oder Spaziergängen im Wald. Besonders wichtig ist der Impfschutz für Menschen über 60 Jahre. In dieser Altersgruppe steigt das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf deutlich an.
Niedrige Impfquote: Viele Erkrankungen wären vermeidbar
Ein Blick auf die Zahlen zeigt ein klares Bild: 98 Prozent der im Jahr 2025 gemeldeten FSME-Erkrankten waren gar nicht oder nicht ausreichend geimpft. Häufig fehlte die vollständige Grundimmunisierung oder notwendige Auffrischimpfungen wurden versäumt.
Experten gehen davon aus, dass sich ein großer Teil der FSME-Erkrankungen durch höhere Impfquoten verhindern ließe, insbesondere in Regionen mit hoher FSME-Inzidenz.
Quelle: Epidemiologisches Bulletin 9/2026