Gefährdete Versorgung durch Apothekensterben
Die Zahl der Apotheken sinkt seit 2013 um 19,7 Prozent. Sieben Prozent der Apotheken schreiben rote Zahlen. Dabei leisten sie tagtäglich einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsversorgung von Patientinnen und Patienten. „Wir fordern Bundestag, Bundesrat und Bundesregierung auf, die Apotheken finanziell zu unterstützen und eine zukunftsgerichtete Versorgung zu ermöglichen“, erklärt Thomas Preis, Präsident der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände in einer Pressemitteilung.
Personal- und Sachkosten steigen jedes Jahr an
Preis merkt an, dass die Politik tatenlos zusehe, wie Personal- und Sachkosten jedes Jahr anstiegen. Die drastisch sinkenden Apothekenzahlen seien ein Warnzeichen. „Jedes Jahr Abwarten bedeutet längere Wege für Patientinnen und Patienten bis zur nächsten Apotheke.“ Um ein Bewusstsein dafür in der Öffentlichkeit zu schaffen, planen die Apotheken, die Öffentlichkeit in den nächsten Monaten verstärkt auf ihre Lage aufmerksam zu machen. Die Kampagne „Uns gibt’s nicht zum Nulltarif“ informiert Patienten und Patientinnen über das Apothekensterben.
Die Forderung: Erhöhung des Apothekenpackungsfixum
Der Koalitionsvertrag verspricht: „Wir erhöhen das Apothekenpackungsfixum einmalig auf 9,50 Euro.“ Diesen Betrag erhält die Apotheke pro Packung eines abgegebenen verschreibungspflichtigen Arzneimittels. Doch die Umsetzung dieses Versprechens bleibt bis jetzt aus.
Seit 2004 gab es lediglich einmal (2013) eine minimale Anpassung um 3,1 Prozent des Festhonorars auf 8,35 Euro pro rezeptpflichtigem Arzneimittel. Seitdem musste jede fünfte Apotheke schließen (minus 19,7 Prozent). Zeitgleich sind die Gesamtkosten in den Apotheken um 65 Prozent gestiegen, die Personalkosten sogar um fast 80 Prozent. Zum Jahresende 2025 gab es bundesweit nur noch 16.601 Apotheken.