Trotz Zusage im Koalitionsvertrag klammert der Kabinettsentwurf die Honorarfrage aus. Die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände fordert Nachbesserungen.

Das Bundeskabinett hat die Apothekenreform beschlossen – und dabei die Honorarfrage ausgeklammert. Davon berichtet die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände und zeigt sich enttäuscht. Der Entwurf der Bundesregierung für ein Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) ignoriere den Koalitionsvertrag, heißt es im Schreiben. Der Vertrag enthält die Zusage: „Wir erhöhen das Apothekenpackungsfixum einmalig auf 9,50 Euro.“
ABDA-Präsident Thomas Preis ordnet die Bedeutung der Honorarerhöhung ein: „Der Kabinettsentwurf enttäuscht uns. Wir brauchen dringend eine wirtschaftliche Stärkung der Apotheken. Aufgrund der chronischen Unterfinanzierung des Apothekensystems haben wir seit 2013 schon fast 20 Prozent aller Apotheken verloren. Jede Apotheke, die aufgeben muss, erschwert die Wege für Patientinnen und Patienten zum benötigten Arzneimittel.“
Am 17. Dezember weisen Apotheken zudem mit der Protestaktion „Blackout“ auf ihre wirtschaftlich schwierige Lage hin. Zu der Aktion hatte die ABDA aufgerufen und Materialien wie Poster und Erklärvideos zur Verfügung gestellt. Am Morgen des 16. Dezembers war es bereits 13.700-mal laut der ABDA heruntergeladen worden. Zum Vergleich: In Deutschland gibt es inzwischen weniger als 17.000 Apotheken. Teilnehmende Apotheken benutzen zeitweise nur die Notbeleuchtung und verwenden Flatterband, Flyer, Poster und dunkle Kleidung. Ihren Service bieten sie aber wie gewohnt an.
Die ABDA spricht sich auch gegen die Pläne des Bundesgesundheitsministeriums aus, die Leitung einer Apotheke zeitweise aus den Händen von Apothekerinnen und Apothekern zu geben. Preis betont: „Apothekerinnen und Apotheker müssen zu jeder Zeit anwesend sein, denn ohne sie können viele Leistungen gar nicht erbracht werden.“
Dagegen lobt Preis die Pläne, die Apotheken stärker einzubinden. So könnten Apotheken mehr Gesundheitsleistungen anbieten, etwa zur Prävention wie Impfungen und Früherkennungstests. Aber auch das sei nur möglich, wenn die Apotheken wirtschaftlich gestärkt würden. Daher appelliert die ABDA an Bundestag und Bundesrat, am Reformpaket nachzubessern.
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