Warum kann ein kurzer Spaziergang Darmträgheit und Verstopfung lindern? Das hat eine Studie analysiert: Schon wenige Minuten nach dem Beginn körperlicher Aktivität nehmen Darmbewegungen messbar zu. Nebenbei mildert Bewegung noch Stress und steigert das Wohlbefinden.
Darmgeräusche auf dem Laufband gemessen
Eine japanische Forschungsgruppe hat an 21 gesunden jungen Erwachsenen untersucht, wie schnell körperliche Aktivität die Darmmotilität beeinflusst. Dafür haben sie die Darmgeräusche in Ruhe und nach dem Gehen oder Laufen auf einem Laufband gemessen. Das Ergebnis war beeindruckend: Schon nach ein bis zwei Minuten nahmen die Darmgeräusche an Intensität und Frequenz deutlich zu. Dafür mussten keine Höchstleistungen vollbracht werden, denn einfaches Gehen reichte schon aus, um den Darm in Schwung zu bringen.
Wie Bewegung den Darm aktiviert
Professor Yohei Otaka von der Fujita Health University in Toyoake erklärte in einer Mitteilung zur Veröffentlichung: „Unsere Ergebnisse weisen zudem auf mögliche zugrundeliegende Mechanismen hin. Natürliche Körperschwingungen während der Bewegung scheinen Veränderungen der Aktivität des autonomen Nervensystems oder Reflexe auszulösen. Gehen kann demnach ein effektives und unmittelbares Mittel zur Anregung der Darmfunktion sein.“ Das Forschungsteam erklärt zudem: Die Aktivierung der Darmbewegung könnte die Wirkung von körperlicher Bewegung bei Verstopfung erklären. Damit könnte es weitere Einsichten in einen guten Umgang mit Verstopfung mittels körperlicher Bewegung liefern.
Verstopfung – ein weit verbreitetes Problem
Verstopfung kann in jedem Alter auftreten. Sie führt zu Beschwerden wie Blähungen, starkem Pressen und seltenem Stuhlgang. Bei anhaltender Verstopfung können Hämorrhoiden entstehen, außerdem nehmen die Herz-Kreislauf-Belastung und das Risiko für Darmerkrankungen zu. Menschen mit einem sitzenden Lebensstil haben häufiger mit Darmträgheit zu kämpfen.
Quelle: DOI: 10.1038/s41598-025-18860-8