In der EU sind Augentropfen mit niedrig dosiertem Atropin für Kinder seit 2025 zugelassen, um das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit, medizinisch Myopie, zu verlangsamen. In einer kleinen Studie mit 20 Studienteilnehmern hatten Forscher der University of Houston nun untersucht, wie sich verschiedene niedrige Konzentrationen von Atropin kurzfristig auf das Auge auswirken.
Effekte auf das Auge untersucht
Dafür untersuchten sie die Augenlänge, die Blutgefäße in der Netzhaut sowie die Dicke der Netzhaut und der Aderhaut, die direkt hinter der Netzhaut liegt. Diese Messungen seien wichtig, da eine größere Augenlänge mit Kurzsichtigkeit in Verbindung gebracht wird und sich die Netzhaut und die Aderhaut bei zunehmender Augenlänge dehnen, erklären die Forscher.
Augenstruktur bleibt unbeeinflusst
Bereits ein einziger Tropfen einer niedrig dosierten Atropinlösung führten zu einer deutlichen Veränderung der Pupillengröße und der Fähigkeit zu fokussieren. Diese Effekte hielt mindestens 24 Stunden an. Außerdem konnten sie zeigen, dass der Tropfen keine kurzfristigen Auswirkungen auf die Strukturen im Auge hatte. Es kam lediglich vorübergehend zu einer veränderten Durchblutung der Netzhaut, so das Ergebnis.
Einfache und wirksame Behandlung in Aussicht
Atropin wirkt demnach schon früh im Auge, zum Beispiel auf die Durchblutung und die Funktion, ohne aber die Struktur des Auges zu verändern. Die Ergebnisse können dabei helfen, besser zu verstehen, wie das Medikament auf die Physiologie des Auges wirkt. So könnten Behandlungen gegen Kurzsichtigkeit in Zukunft gezielter und individueller angepasst werden, hoffen die Forscher.
Quelle: 10.1186/s40662-026-00477-1