Gesundheit

Netzhaut-Thrombose: Schleiersehen ist ein Notfall

Natascha Koch  |  19.04.2022

Blutgerinnsel, sogenannte Thrombosen, können im gesamten Körper auftreten – auch in einer Vene der Netzhaut des Auges. Unbehandelt kann eine solche Thrombose bis zur Erblindung führen. Welche Warnzeichen es gibt und wer besonders gefährdet ist, erklären Experten der Stiftung Auge.

Nahaufnahme eines Auges.
Treten unvermittelt Sehstörungen auf, sollte immer schnell ein Arzt aufgesucht werden.
© DigitalSoul/iStockphoto

Bei einer Thrombose der Netzhaut kommt es zu einem Blutstau in einer Vene und der Druck im betroffenen Blutgefäß steigt. Flüssige Bestandteile des Blutes können dann in die Netzhaut übertreten und sich dort ansammeln. Eine Netzhautvenenthrombose macht sich vor allem durch Einschränkungen des Sehvermögens bemerkbar. „Betroffene können oft nur eingeschränkt oder wie durch einen Schleier sehen“, erklärt Professor Dr. med. Frank G. Holz, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Auge und Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn. Je nachdem, ob die Thrombose einzelne Venenäste oder die Zentralvene betrifft, treten diese Sehstörungen nur in Teilen des Gesichtsfelds oder aber im gesamten Gesichtsfeld auf.

Ein schneller Therapiebeginn und die Lage der Thrombose entscheiden darüber, ob sich das Sehvermögen wieder regenerieren kann. Daher ist es wichtig, bei plötzlich auftretenden Sehstörungen schnell einen Arzt aufzusuchen. „Bei Venenverschlüssen abseits des Netzhaut-Zentrums stehen die Heilungschancen meist besonders gut. Ist hingegen die Makula in der Netzhautmitte betroffen, wo die Dichte an Sehzellen am höchsten ist, können Sehstörungen zurückbleiben“, sagt Holz. Die Behandlung zielt darauf ab, die Durchblutung der Netzhautvene zu verbessern, sodass sich der Blutstau auflöst. Dafür kommen unter anderem Spritzen zum Einsatz, auch ein Lasereingriff kann nötig sein.  

Wer an Erkrankungen leidet, die die Gefäße im gesamten Körper schwächen, hat auch ein erhöhtes Risiko für eine Augenvenenthrombose. Zu diesen Erkrankungen zählen etwa Diabetes mellitus, Bluthochdruck oder hohe Blutfettwerte, aber auch Augenerkrankungen wie ein Glaukom. Auch der Lebensstil hat einen wesentlichen Einfluss auf Gefäßverschlüsse. „Wer nicht raucht, wenig Alkohol trinkt, sich viel bewegt und auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achtet, senkt sein Thrombose-Risiko“, erklärt Professor Dr. med. Gerd Geerling, Mediensprecher der Stiftung Auge und Direktor der Universitäts-Augenklinik Düsseldorf. Daher sei es gerade für Risikopatienten wichtig, auf einen gesunden Lebensstil zu achten und bei einer Sehminderung rasch einen Augenarzt aufzusuchen.

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