AMD, Glaukom, Erblindung: Oft wird unterschätzt, wie stark Rauchen die Augengesundheit belastet. Welche Folgen das haben kann.

Rauchen zählt zu den größten vermeidbaren Risiken für die Augen. Darauf weist die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) hin. Denn Tabakrauch enthalte zahlreiche giftige Stoffe, die nahezu alle Strukturen des Auges angreifen können. Diese beeinträchtigen die Durchblutung der feinen Gefäße, fördern Entzündungen, schädigen Nervenzellen und steigern den oxidativen Stress in dem empfindlichen Gewebe. „Schon wenige Zigaretten am Tag können messbare Schäden verursachen“, warnt Professorin Dr. med. Teresa Barth von der Universitäts-Augenklinik Regensburg.
Diese Augenerkrankungen und -beeinträchtigungen stehen im Zusammenhang mit Rauchen:
Bei der AMD wird genau der Bereich der Netzhaut geschädigt, der für das scharfe Sehen zuständig ist. Rauchen verdoppelt bis verdreifacht laut DOG das Risiko für eine AMD. Das Risiko für eine neovaskuläre AMD – eine besonders aggressive Form der Erkrankung – sei sogar mehr als vervierfacht. Zudem träten erste Krankheitsanzeichen bis zu 10 Jahre früher auf.
„Einer der wenigen Faktoren, die man bei der AMD im Gegensatz zur Genetik neben der Ernährung selbst beeinflussen kann, ist das Rauchen. Wer ein erbliches Risiko trägt, sollte unbedingt damit aufhören“, so Barth. Ein Rauchstopp lohne auch in höherem Alter, da Abstinenz das Fortschreiten der Erkrankung und die Entwicklung höhergradiger Stadien verzögere.
Das Glaukom gilt als zweithäufigste Ursache für den Verlust des Sehvermögens in Deutschland. Rund 15 Prozent der Erblindungen sind auf diese Erkrankung, die auf der Schädigung des Sehnervs, meist durch einen erhöhten Augeninnendruck, basiert, zurückzuführen.
Rauchen wirkt direkt auf den Sehnerv und die Strukturen, die den Augendruck regulieren. Dadurch verdoppelt sich das Risiko ein Glaukom zu entwickeln, wie die DOG erklärt. Langfristiger Zigarettenkonsum beschleunige das Fortschreiten der Erkrankung, die unbehandelt zur Erblindung führt.
Rauchen beeinflusst auch die Augengesundheit bei vorliegenden Krankheiten:
Bei beiden Erkrankungen, so die DOG sei ein Rauchstopp eine unerlässliche Basismaßnahme.
Darüber hinaus reize Zigarettenrauch die Augenoberfläche und fördere so Entzündungsprozesse. Das begünstige das weit verbreitete, trockene Auge, auch bekannt als Sicca-Syndrom.
Und schließlich hat Rauchen in der Schwangerschaft Folgen für die Augen des Kindes. „Raucht die werdende Mutter, sind beim Ungeborenen die Risiken für spätere Fehlbildungen des Auges und für Sehfehler wie Kurzsichtigkeit oder Schielen erhöht“, warnt Barth. Es sollte bereits bei Kinderwunsch auf Tabak- und Nikotinprodukte verzichtet werden.
Kein anderer Lebensstilfaktor beeinträchtigt nach Ansicht der Fachgesellschaft das Auge in so vielen Bereichen wie das Rauchen. „Rauchen ist ein größerer Hebel als Ernährung“, erklärt Barth. Ein Rauchstopp wirke sich sofort positiv auf die Augengesundheit aus — und lohne sich in jedem Alter.
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