Kreuzschmerzen sind häufig „nicht-spezifisch“, das heißt, sie treten ohne eine erkennbare körperliche Ursache auf. Stattdessen stecken oft Bewegungsmangel, einseitige Belastung oder ungewohnte Tätigkeiten dahinter. Die Besorgnis, Knochen, Bandscheiben oder Nerven seien geschädigt, ist deshalb meist unbegründet.
Wer sich schont, tut das Falsche
Fast neun von zehn Menschen haben mindestens einmal im Leben Kreuzschmerzen. In den meisten Fällen bedeutet das aber nicht, dass körperliche Strukturen geschädigt sind. Es sind vielmehr Muskeln, Faszien und Nerven, die die Rückenschmerzen auslösen – in der Regel wegen Bewegungsmangel. Wer sich dann schont, tut genau das Falsche.
Der Rücken ist für Bewegung gemacht
„Viele Beschwerden sind im Grunde Bewegungsmangel-Schmerzen. Der Rücken ist für Bewegung gemacht. Wer ihm wieder regelmäßige, angepasste Aktivität zutraut, unterstützt die Erholung, körperlich und mental“, sagte PD Dr. Ricarda Seemann von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e. V. (DGOU).
Aktiv gegen Rückenschmerzen
Langes Sitzen ist für den Rücken eine starke Belastung. Schon Spazierengehen, leichte Bewegungsübungen wie die „Katze-Kuh-Übung“ oder bewusste Pausen vom langem Sitzen helfen dem Rücken. Wer sich dagegen bei Rückenschmerzen schont, riskiert, dass sie chronisch werden. Ärzte raten deshalb von längerer Bettruhe ab und empfehlen, normale Alltagstätigkeiten möglichst fortzuführen und sich zu bewegen.
Stress und Sorgen können Schmerzen verschlimmern
„Auch Stress, Sorgen oder negative Erwartungen beeinflussen, wie intensiv Schmerzen wahrgenommen werden. Wer versteht, dass Schmerz nicht gleich Schaden ist, gewinnt Vertrauen in den eigenen Körper zurück“, sagte DGOU-Generalsekretär Prof. Dr. Bernd Kladny. Warnzeichen wie Gefühlsstörungen oder Lähmungen sollten aber lieber ärztlich abgeklärt werden, ebenso Rückenschmerzen nach Unfällen, bei Entzündungen oder einem Tumor in der Vorgeschichte.