Warum Frauen häufiger Rückenschmerzen haben – und was wirklich hilft

Rückenschmerzen sind bei Frauen weit verbreitet – und oft komplexer, als viele denken. Neue Erkenntnisse der Gendermedizin zeigen, wie stark Biologie und Alltag zusammenwirken. Wer die Ursachen kennt, kann gezielt gegensteuern und den Rücken nachhaltig stärken.

Frau hält sich den Rücken, ihr Gesicht ist schmerzverzerrt.
Viele Frauen haben Rückenschmerzen. Ein Grund dafür: Ihre Anatomie.
© Povozniuk/iStockphoto

Frauen leiden deutlich häufiger unter Rückenschmerzen als Männer. In Deutschland sind mehr als 14 Millionen betroffen. Gründe dafür sind körperliche Unterschiede, aber auch alltägliche Belastungen, die sich summieren. Darauf weist die Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V. hin.

Weibliche Anatomie und Rückenschmerzen

Eine wichtige Rolle spielt die Anatomie. Frauen haben ein breiteres Becken als Männer und ihre Lendenwirbelsäule ist stärker gekrümmt. Das wirkt sich auf die Statik des Körpers aus. Außerdem ist häufig die stabilisierende Muskulatur im Rumpfbereich weniger ausgeprägt. Auch Hormone beeinflussen den Rücken: So wirkt sich Östrogen auf Muskeln, Bindegewebe und Schmerzempfinden aus. Sinkt der Spiegel, etwa in den Wechseljahren, könne die Empfindlichkeit gegenüber Belastungen steigen, so die Rücken-Experten. 

Hinzu kommen komplexe Zusammenhänge im Körper. Spannungen, die im Beckenbereich entstehen, können über Faszienketten auch auf den Rücken, das Zwerchfell und sogar den Kiefer wirken. Auch Narben nach Operationen wie einem Kaiserschnitt können die Beweglichkeit einschränken und Beschwerden begünstigen.

Mehrfachbelastung geht auch auf den Rücken

Neben biologischen Faktoren spielt der Alltag eine entscheidende Rolle. Viele Frauen tragen eine hohe Mehrfachbelastung durch Beruf und Familie. Langes Sitzen, einseitiges Tragen und körperliche Arbeiten im Haushalt beanspruchen den Rücken zusätzlich. Fehlt Bewegung als Ausgleich, steigt das Risiko für Schmerzen. Auch Stress kann Verspannungen verstärken.

Bewegung, Entspannung und Körperbewusstsein

Umso wichtiger ist gezielte Prävention. Gut für den Rücken ist es, den Oberkörper zu kräftigen, insbesondere auch die tiefe Rumpfmuskulatur und den Beckenboden, sich ausreichend zu bewegen und auch auf Entspannung zu achten. Yoga etwa fördert Kraft und Körpergefühl, während Meditation helfen kann, Stress zu reduzieren. Folgende Übungen können helfen, Rückenschmerzen vorzubeugen: 6 Übungen für einen starken Rücken: So beugen Sie Rückenschmerzen vor.

Bewegungspausen, ergonomischer Arbeitsplatz

Bereits kleine Veränderungen im Alltag können spürbare Effekte haben, sagen die Experten der Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V. und geben ein paar Alltagstipps. Wer beispielsweise beim Tragen regelmäßig die Seite wechselt, entlastet die Muskulatur gleichmäßiger. Auch kurze Bewegungspausen während des Tages sowie eine ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes tragen dazu bei, den Rücken langfristig zu schützen. 

6 Übungen für einen starken Rücken

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