Picky Eater: Wie Eltern bei wählerischem Essverhalten gelassen bleiben

pta-ForumKatrin Faßnacht-Lee  |  27.05.2026 14:52 Uhr

Viele Kinder essen phasenweise nur wenige Lieblingsgerichte und lehnen Neues konsequent ab. Das ist meistens kein Grund zur Sorge. Doch wann steckt mehr dahinter – und wie können Eltern entspannt damit umgehen?

Kleines Mädchen sitzt am Tisch und vor einem Teller Gemüse und beäugt kritisch einen Brokkoli auf der Gabel.
Manchmal essen Kinder aus Prinzip nichts Grünes. Da diese Phase meist vorübergeht, sollten sich Eltern keine zu großen Sorgen machen.
© Userba011d64_201/iStockphoto

Brokkoli? Igitt. Neue Gerichte? Lieber nicht. Viele Eltern kennen solche Situationen am Esstisch. Tatsächlich sind Kinder besonders zwischen zwei und sechs Jahren oft skeptisch gegenüber unbekannten Lebensmitteln – vor allem bei bitteren Geschmäckern wie Salat, Rosenkohl oder Oliven.

Ist das Essverhalten noch normal?

Wichtig zu wissen: Das bedeutet nicht automatisch ein Problem. Kinder verändern ihr Essverhalten häufig vorübergehend. Manche essen tagelang nur Nudeln, andere plötzlich nur bestimmte Farben oder Lieblingsspeisen. Experten raten Eltern deshalb vor allem zu Geduld. Denn Geschmäcker lassen sich lernen: Oft müssen Kinder ein Lebensmittel acht- bis 15-mal probieren, bevor sie es akzeptieren.

Wann aus wählerisch „Picky Eating“ wird

Anders sieht es bei sogenannten „Picky Eatern“ aus. Diese Kinder essen oft nur zwei oder drei ganz bestimmte Lebensmittel. Entscheidend können etwa Konsistenz, Farbe, Geschmack oder sogar eine bestimmte Marke sein.

Für Familien kann das sehr belastend sein. Restaurantbesuche, Klassenfahrten oder Essen im Kindergarten werden schwierig. Manche Kinder reagieren sogar mit Ekel auf unbekannte Speisen oder möchten sie nicht einmal anfassen.

Hinter einem stark selektiven Essverhalten können verschiedene Ursachen stecken. Häufig tritt es bei hochsensiblen Kindern oder im Autismusspektrum auf. In manchen Fällen prüfen Kinderärzte auch mögliche körperliche Ursachen wie Allergien oder Zöliakie.

Müssen Eltern Angst vor Nährstoffmangel haben?

Die gute Nachricht: Bei gesunden Kindern sind Vitamin- oder Nährstoffmängel eher selten – selbst dann, wenn Gemüse verschmäht wird oder Kinder immer wieder dasselbe essen. Studien zeigen, dass die meisten Kinder ausreichend versorgt sind. Ausnahmen bilden lediglich manchmal Vitamin D sowie Folsäure, Eisen und Jod.

Nahrungsergänzungsmittel sind deshalb meist nicht nötig. Experten warnen sogar davor, dass manche Präparate für Kinder zu hoch dosiert sein können. Sinnvoller ist es, langfristig Freude an abwechslungsreichem Essen zu fördern.

So gelingt entspannteres Essen im Familienalltag

Mit einigen Tipps und Tricks können Eltern Kinder an abwechslungsreiches Essen heranführen:

  • Geduldig bleiben: Kinder brauchen oft viele Versuche, bis sie ein neues Lebensmittel akzeptieren. Experten zufolge kann es acht bis 15 Anläufe dauern, bis ein Geschmack vertraut wird.
  • Lebensmittel immer wieder anbieten: Auch wenn Brokkoli oder Salat mehrfach abgelehnt werden, lohnt es sich, diese Lebensmittel regelmäßig ohne Druck auf den Tisch zu bringen.
  • Kinder einbeziehen: Ein gemeinsamer Essensplan, bei dem alle Familienmitglieder Wünsche äußern dürfen, kann die Akzeptanz erhöhen.
  • Gemüse unterschiedlich zubereiten: Manche Kinder mögen Gemüse eher in Saucen, Bratlingen oder herzhaften Muffins statt pur auf dem Teller.
  • Spielerische Ideen nutzen: Beim „Regenbogenspiel“ suchen Kinder verschiedene Farben auf dem Teller und sammeln diese im Laufe der Woche. Das weckt Neugier auf neue Lebensmittel.
  • Ohne Druck essen lassen: Eltern bestimmen, was angeboten wird – Kinder entscheiden selbst, ob und wie viel sie essen möchten. Zwang oder Streit am Tisch können das Essverhalten eher verschlechtern.
WhatsApp Kanal Banner
Medikamente ohne Zuzahlung

Alle zwei Wochen neu: die aktuelle Liste der zuzahlungsfreien Arzneimittel.

Arzneimitteldatenbank

Medikamenten-Name oder Wirkstoff eingeben für mehr Informationen.

Podcast
Podcast-Logo "aponet in 3 Minuten"
Podcast
Senioren

Im Fokus diesmal: Ebola im Kongo, manche hochverarbeitete Lebensmittel gesund und wie Kunst und…

Krankheiten von A - Z

In diesem Lexikon finden Sie umfassende Beschreibungen von etwa 400 Krankheitsbildern

nach oben