Brauchen Kinder überhaupt Nahrungsergänzungsmittel?
Viele Eltern fragen sich, ob ihr Kind ausreichend Vitamine und Mineralstoffe erhält. Besonders dann, wenn bestimmte Lebensmittel konsequent abgelehnt werden oder die Ernährung wenig abwechslungsreich erscheint.
Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) ist die Nährstoffzufuhr von Kindern in Deutschland insgesamt gut. Für gesunde Kinder sind Nahrungsergänzungsmittel deshalb in der Regel nicht erforderlich. Dies berichtet das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) in einer Mitteilung.
Warum Experten vor vielen Kinderpräparaten warnen
Trotzdem greifen viele Familien zu speziell für Kinder beworbenen Produkten. Ein Marktcheck des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) zeigt jedoch, dass diese Präparate häufig willkürlich zusammengesetzt und oft deutlich zu hoch dosiert sind. Sie sollten nie ohne eine Rücksprache mit einem Arzt gegeben werden.
Was tun, wenn Kinder kein Gemüse oder keinen Fisch essen?
Wählerisches Essverhalten gehört bei vielen Kindern zum Aufwachsen dazu. Dass Brokkoli heute verschmäht und einige Monate später plötzlich akzeptiert wird, ist keine Seltenheit. Statt auf Zwang zu setzen, raten die Fachleute dazu, unterschiedliche Lebensmittel regelmäßig anzubieten und selbst eine vielfältige Ernährung vorzuleben. Ob Kinder Neues kosten, wird dabei nicht nur vom Geschmack beeinflusst, sondern oft auch vom Umfeld.
So essen Kinder Gemüse oft lieber
Oft hilft es, Lebensmittel in unterschiedlichen Zubereitungsformen anzubieten. Gemüse kann beispielsweise
- pürieren und unter die Suppe oder Pastasoße mischen
- zusammen mit Obst in Smoothies verarbeiten
- als Rohkost kleinschneiden und zum Knabbern anbieten, zum Beispiel mit einem Dip
Außerdem kann Essen interessanter werden, wenn die Speisen fantasievoll gestaltet und mit Namen versehen werden. Viele Kinder motiviert auch, wenn sie beim Zubereiten mithelfen können.
Wenig Fleisch oder kein Fisch: Darauf sollten Eltern achten
Isst ein Kind wenig oder kein Fleisch, ist es wichtig, Eisen aus anderen Quellen aufzunehmen, zum Beispiel in Form von Hülsenfrüchten, Haferflocken oder Hirse. Die Aufnahme von Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln lässt sich durch Vitamin C verbessern, etwa aus Zitrusfrüchten.
Kinder, die keinen Fisch essen, nehmen häufig weniger langkettige Omega-3-Fettsäuren auf als empfohlen. Ein genereller Nutzen von Omega-3-Präparaten für gesunde Kinder ist bislang jedoch nicht belegt, heißt es vonseiten der BZfE. Empfehlenswert sei die regelmäßige Verwendung der Omega-3-reichen Pflanzenöle Raps-, Lein- und Walnussöl sowie von Nüssen und Samen.
Diese Warnzeichen sollten Eltern ernst nehmen
Wirkt ein Kind dauerhaft antriebslos, ermüdet schnell, spielt wenig oder ist auffallend blass, kann dies auf eine mögliche Unterversorgung hinweisen. Eltern sollten dann einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen, und abklären lassen, ob wirklich ein Mangel die Ursache ist. Vom Griff zu Nahrungsergänzungsmitteln ohne ärztliche Rücksprache, raten die Experten ab.