Wann entzündungshemmende Schmerzgele helfen
Bei Gelenk-, Muskel- und Sehnenschmerzen sowie nach stumpfen Sportverletzungen kommen häufig Gele oder Cremes mit entzündungshemmenden Wirkstoffen zum Einsatz. Dazu gehören sogenannte nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Diclofenac, Ibuprofen, Piroxicam, Felbinac oder Flufenaminsäure.
Wie Diclofenac und andere Wirkstoffe ins Gewebe gelangen
Sie gelangen in das darunterliegende Gewebe und erreichen therapeutisch wirksame Konzentrationen in Muskeln, Sehnen, Gelenkkapseln und Bändern. Dort können sie Schmerzen lindern und Entzündungen hemmen. Besonders geeignet sind sie bei entzündlich bedingten Beschwerden. Bei Arthrose werden sie in Leitlinien empfohlen, bei Kreuzschmerzen ist die Studienlage dagegen uneinheitlich.
Je nach Präparat erfolgt die Anwendung zwei- bis viermal täglich. Nach dem Auftragen sollten Wirkstoffreste zunächst mit einem Papiertuch von den Händen entfernt und dieses im Restmüll entsorgt werden. Erst danach empfiehlt sich das Händewaschen.
Das können pflanzliche Schmerzsalben leisten
Auch pflanzliche Präparate kommen infrage. Für Salben mit Beinwellwurzel-Extrakt gibt es eine gute wissenschaftliche Grundlage bei Prellungen, Zerrungen sowie Muskel- und Rückenschmerzen. Sie wirken schmerzlindernd, entzündungshemmend und abschwellend.
Arnikapräparate werden traditionell bei Blutergüssen, Prellungen und Muskelbeschwerden eingesetzt.
Verspannung? Dann sind Wärmesalben eine gute Wahl
Bei muskulären Beschwerden und Verspannungen können Wärmesalben sinnvoll sein. Auch bei akuten unspezifischen Kreuzschmerzen gelten sie in Kombination mit Bewegung und Aktivierung als mögliche Therapieoption.
Wirkstoffe wie Capsaicin oder Nonivamid erzeugen ein Wärmegefühl, fördern die lokale Durchblutung und beeinflussen die Schmerzübertragung. Die Salben werden dünn aufgetragen und leicht einmassiert. Danach sollten die Hände gründlich mit Wasser und Seife gewaschen werden. Kontakt mit Augen und Schleimhäuten ist zu vermeiden. Die Salben wirken bis zu sechs Stunden. Heiße Duschen oder Bäder können die Wärmewirkung – sogar noch Tage später – erneut verstärken.
Achtung: Menschen mit empfindlicher Haut sollten zusätzliche Wärmereize vermeiden.
Bei Prellungen und Sportverletzungen: Was Kühlgele bewirken
Bei akuten Sportverletzungen, Prellungen, Stauchungen oder Schwellungen kommen häufig Kühlgele mit Menthol oder Levomenthol zum Einsatz. Sie aktivieren Kälterezeptoren in der Haut und erzeugen dadurch ein Kältegefühl. So beeinflussen sie die Schmerzwahrnehmung. Eine nennenswerte entzündungshemmende Wirkung haben sie jedoch nicht. Manche Präparate kombinieren einen anfänglichen Kältereiz mit einer späteren Wärmewirkung.
Apotheken können bei der Wahl des richtigen Produkts helfen
Wer unsicher ist, welches Präparat zu den eigenen Beschwerden passt, lässt sich am besten in der Apotheke beraten. Je nach Ursache der Schmerzen ist nicht jedes Präparat gleichermaßen geeignet. Eine Beratung hilft dabei, das passende Produkt für die Beschwerden auszuwählen.
Starke oder zunehmende Schmerzen, deutliche Bewegungseinschränkungen, ausgeprägte Schwellungen oder Beschwerden nach einem schweren Unfall sollten ärztlich abgeklärt werden. Das gilt ebenso, wenn die Schmerzen trotz Selbstbehandlung anhalten.