Wer in der Lebensmitte weder Bluthochdruck noch Diabetes hat und nicht raucht, lebt einer Langzeitstudie zufolge im Durchschnitt fast 13 Jahre länger ohne Demenz als Personen mit allen drei Risikofaktoren.
Fast drei Jahrzehnte Beobachtungszeit
Forschende um Prof. Josef Coresh von der NYU Grossman School of Medicine hatten für die Studie mehr als 12.000 Erwachsene mit einem Durchschnittsalter von 56 Jahren über im Schnitt 26 Jahre begleitet. Zu Beginn hatte keiner der Teilnehmenden eine Demenz. Erfasst wurde einmalig, ob Bluthochdruck oder Diabetes vorlagen und ob die Teilnehmenden rauchten. Während der Nachbeobachtung entwickelten rund 3.000 Personen eine Demenz. Weitere 5.238 Teilnehmende starben, bevor eine Demenz diagnostiziert wurde. Diese Todesfälle wurden bei der Auswertung berücksichtigt, da ein früher Tod die Wahrscheinlichkeit beeinflusst, überhaupt eine Demenz zu entwickeln.
Fast 13 Jahre länger ohne Demenz
Wie die Forschenden im Fachjournal Neurology Open Access berichten, lebten Personen ohne die drei Risikofaktoren im Mittel 30,1 Jahre ohne Demenz, während Menschen mit Bluthochdruck, Diabetes und Rauchen im Durchschnitt nur 17,5 Jahre ohne Demenz erreichten. Menschen mit allen drei Risikofaktoren entwickelten häufiger früher eine Demenz oder starben vorzeitig an anderen Ursachen. Dadurch verbrachten sie insgesamt weniger Jahre mit erhaltener Gedächtnis- und Denkleistung.
Unterschiede zwischen unterschiedlichen Gruppen
Frauen blieben unabhängig von den Risikofaktoren länger ohne Demenz als Männer. Zudem zeigten sich Unterschiede zwischen den untersuchten Bevölkerungsgruppen: Teilnehmende mit heller Hautfarbe hatten im Durchschnitt mehr demenzfreie Lebensjahre als Teilnehmende mit dunkler Hautfarbe. Die Autoren weisen darauf hin, dass vielfältige gesundheitliche und soziale Faktoren zu diesen Unterschieden beitragen können.
Studie zeigt Zusammenhang, keine Ursache
Außerdem belegt die Untersuchung keinen ursächlichen Zusammenhang. Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie, die lediglich Zusammenhänge aufzeigt. Hinzu kommt eine wichtige Einschränkung: Bluthochdruck, Diabetes und Rauchstatus wurden nur einmal zu Studienbeginn erfasst. Veränderungen des Lebensstils oder der Gesundheit während der folgenden Jahrzehnte konnten daher nicht berücksichtigt werden.
Nichtsdestotrotz sehen die Forschenden ihre Ergebnisse als weiteren Hinweis darauf, dass die Vorbeugung von Gefäßerkrankungen bereits in der Lebensmitte zur Erhaltung der Gehirngesundheit beitragen könnte. Sie hoffen, dass die Ergebnisse Menschen dazu ermutigen, mit dem Rauchen aufzuhören sowie Blutdruck und Blutzucker gut einzustellen. Darüber hinaus bleiben eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung wichtige Bausteine eines gesunden Lebensstils.
Quelle: DOI 10.1212/WN9.0000000000000152