Ein ausreichender Vitamin-D-Spiegel könnte entscheidend für die langfristige Gesundheit des Gehirns sein. Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass Vitamin D in der Lebensmitte möglicherweise das Risiko für eine spätere Demenz beeinflusst.
In einer Langzeitstudie mit fast 800 Teilnehmenden haben irische Forscher untersucht, wie sich Vitamin-D-Werte bei Menschen im Alter zwischen 30 und 40 Jahren auf das Gehirn auswirken. Das Ergebnis: Menschen mit höheren Vitamin-D-Spiegeln hatten 16 Jahre später geringere Mengen des sogenannten Tau-Proteins im Gehirn. Dieses Protein gilt als wichtiger Marker für Demenz, insbesondere Alzheimer.
Vitamin D und Demenz: Zusammenhang, aber kein Beweis
Die Forschenden betonen, dass es sich um einen Zusammenhang handelt, nicht um einen direkten Beweis, dass Vitamin D Tau-Proteine reduziert oder das Demenz-Risiko senkt. Dennoch sind die Ergebnisse vielversprechend.
Studienautor Martin David Mulligan erklärt in einer Mitteilung zur Studie: „Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass höhere Vitamin-D-Spiegel in der Lebensmitte Schutz davor bieten könnten, dass sich Tau-Proteine im Gehirn ablagern.“ Niedrige Vitamin-D-Werte könnten umgekehrt ein Risikofaktor für Demenz sein, den man beeinflussen und behandeln kann. Ein Zusammenhang mit einem anderen Alzheimer-Marker, dem Amyloid-Beta-Protein, wurde nicht festgestellt
Lebensmitte als wichtige Phase
Die Lebensmitte scheint ein entscheidender Zeitraum zu sein, um gesundheitliche Risiken zu beeinflussen. „Die Lebensmitte ist eine Phase, in der Veränderungen von Risikofaktoren einen größeren Einfluss haben können“, sagt Mulligan weiter. Das bedeutet: Wer frühzeitig auf einen gesunden Vitamin-D-Spiegel achtet, könnte langfristig einen positiven Effekt auf die Gehirngesundheit haben.
Weitere Forschung notwendig
Die Studie liefert wichtige Hinweise, hat aber auch Einschränkungen. So wurde der Vitamin-D-Spiegel nur einmal gemessen. Weitere Studien sind nötig, um die Ergebnisse zu bestätigen und besser zu verstehen.
Quelle: DOI 10.1212/WN9.0000000000000057