Alzheimer-Früherkennung: „Uhr“ im Blut prognostiziert Symptombeginn

Dr. Karen Zoufal  |  20.02.2026 11:53 Uhr

Forschende entwickeln eine „Alzheimer-Uhr“: Der Blut-Biomarker p-tau217 ermöglicht eine Prognose des Symptombeginns auf mehrere Jahre genau.

Medizinisches Fachpersonal nimmt einer Patientin Blut ab.
Sieht so zukünftig die Alzheimer-Früherkennung aus? Ein Forschungsteam kann mittels einem Blutwert den Symptombeginn in etwa errechnen.
© stefanamer/iStockphoto

Den Symptombeginn bei Alzheimer auf drei bis vier Jahre genau vorhersagen? Davon berichtet eine Forschungsgruppe der Washington University. Es hat ein Modell entwickelt, das sich auf einen Biomarker im Blut stützt. Das ist für die Entwicklung vorbeugender Alzheimer-Behandlungen und für die Früherkennung von Bedeutung. 

Bluttests: Einfacher umsetzbar für die Praxis

„Unsere Arbeit zeigt, dass Bluttests das Auftreten von Alzheimer-Symptomen vorhersagen können. Bluttests sind deutlich günstiger und leichter machbar als bildgebende Verfahren des Gehirns oder Untersuchungen von Rückenmarksflüssigkeit“, sagte die Wissenschaftlerin Dr. Suzanne E. Schindler in einer Mitteilung zur Veröffentlichung. „Kurzfristig werden diese Modelle unsere Forschung und klinischen Studien beschleunigen. Langfristig ist es unser Ziel, einzelnen Patienten sagen zu können, wann sie voraussichtlich Symptome entwickeln werden. Dies wird ihnen und ihren Ärzten helfen, einen Plan zur Vorbeugung oder Verlangsamung der Symptome zu entwickeln.“

Spiegel eines Proteins im Blut hängt mit dem Symptombeginn zusammen

Das Modell nutzt das Protein p-tau217 im Blutplasma. Man wusste bereits aus früheren Studien, dass es vermehrt im Blut auftritt, wenn sich in Hirnscans Alzheimer-typische Plaques im Gehirn finden. Diese können sich schon Jahre vor dem Auftreten von Symptomen dort ansammeln.

„Amyloid- und Tau-Werte verhalten sich ähnlich wie Baumringe – kennt man die Anzahl der Ringe, weiß man, wie alt ein Baum ist“, erklärte Dr. Kellen K. Petersen. „Das Alter, in dem sie erhöht sind, sagt vorher, wann jemand Alzheimer-Symptome entwickelt. Wir haben festgestellt, dass dies auch für p-tau217 im Plasma gilt.“

Je nach Alter tickt die Alzheimer-Uhr unterschiedlich schnell

Die Zeitspanne bis zum Beginn von Alzheimer-Symptomen hängt davon ab, in welchem Alter erhöhte p-tau217-Werte gemessen werden. Wurden beispielsweise bei einer 60-jährigen Person erhöhte p-tau217-Werte im Plasma festgestellt, so traten die Symptome erst etwa 20 Jahre später auf. Wurde im Alter von 80 Jahren ein erhöhter Spiegel gemessen, traten die Symptome etwa 11 Jahre später auf. 

Quelle: DOI 10.1038/s41591-026-04206-y

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