Cannabis-Sucht: Wer hat ein niedrigeres Risiko?

Lina Müller  |  19.02.2026 15:39 Uhr

Cannabis kann abhängig machen: Doch nicht jeder Konsument ist betroffen. Eine Studie aus Kanada untersucht, wer Cannabis konsumiert, ohne Probleme zu entwickeln.

Eine Dame sitzt auf dem Sofa mit nach hinten gelehntem Kopf und hält einen Joint in der Hand.
Bei seltenem Konsum von Cannabis besteht ein geringes Risiko eine Konsumstörung zu entwickeln.
© LightFieldStudios/iStockphoto

63 Prozent erwachsener Cannabiskonsumenten zeigten in einer Studie der Université de Montréal ein geringes Risiko für eine Cannabiskonsumstörung (CUD). Betroffene haben Schwierigkeiten, den Konsum trotz negativer Folgen für Gesundheit, Arbeit und Beziehungen einzuschränken. Insgesamt nahmen 731 Erwachsene an der Studie Teil, von ihnen hatten 44 Prozent im vorangegangenen Jahr Cannabis konsumiert.

Unterschiedliche Profile je nach Risiko 

Die Forschenden stellten – abhängig von der Risikogruppe – deutliche Unterschiede fest: „Cannabiskonsumierende mit geringerem Risiko ähneln Nichtkonsumierenden stärker als Personen mit höherem Risiko“, erklärt Erstautor Guillaume Dubé. Personen mit höherem Risiko seien häufiger männlich, hätten ein niedrigeres Bildungsniveau und wiesen mehr psychische Probleme auf, insbesondere Angststörungen.

Ein günstiger Faktor: gelegentlicher Konsum

Wenig überraschend: Laut Studie ist die Konsumhäufigkeit am stärksten mit einem hohen CUD-Risiko verbunden. Doch auch andere Risikofaktoren könnten eine wichtige Rolle spielen können, etwa der gleichzeitige Konsum von Cannabis und Tabak, das Rauchen im Allgemeinen sowie Angstsymptome. 

Ist weniger gefährdet, wer Cannabis in Gesellschaft konsumiert?

Zudem könnte Cannabiskonsum in Gesellschaft weniger risikoreich sein: Auch hier ist das Risiko für eine CUD gering. „Wir haben außerdem beobachtet, dass Personen, die Alkohol und Cannabis gleichzeitig konsumierten, ein geringeres CUD-Risiko hatten als jene, die Cannabis ohne Alkohol konsumierten“, erwähnt Dubé. Seine Vermutung: Der eigentlich schützende Faktor könnte der soziale Kontext sein, in dem der gemeinsame Konsum beider Substanzen womöglich häufiger stattfinde. 

Menschen konsumieren schon lange

„Wie Alkohol wird auch Cannabis seit Anbeginn der Menschheit konsumiert. Der Gebrauch psychoaktiver Substanzen ist unabhängig von der jeweiligen Substanz mit Risiken verbunden“, schließt Guillaume Dubé. Es sei daher wichtig mit einem vorsichtigen Umgang Risiken zu minimieren. 

Quelle: DOI 10.1186/s42238-025-00374-9

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