Nahrungsergänzung & Schwangerschaft: BfR rät zu Folsäure und Jod

Lina Müller  |  20.02.2026 10:36 Uhr

Ist Nahrungsergänzung in der Schwangerschaft sinnvoll? Wenn ja, welche Nährstoffe sollten Schwangere einnehmen? Das Bundesinstitut für Risikobewertung spricht Empfehlungen aus.

Eine schwangere Frau lässt sich von einem Arzt beraten.
Etwaige Nährstoffmängel können in einer Arztpraxis entdeckt und besprochen werden.
© Lordn/iStockphoto

Schwangere haben einen erhöhten Bedarf an einigen Vitaminen und Mineralstoffen. Es ist daher ratsam, wenn sie sich ausgewogen und abwechslungsreich ernähren. Auch bestimmte Omega-3-Fettsäuren, die in fettreichem Meeresfisch enthalten sind, sind für eine gute Entwicklung des Kindes wichtig. Doch was ist mit Nahrungsergänzung? Dazu positioniert sich das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in einer Pressemitteilung.

Folsäure für alle Schwangeren empfohlen

Tatsächlich rät das BfR allen Schwangeren in Deutschland, ihre Ernährung mit Folsäurepräparaten zu ergänzen. Empfohlen sind 400 Mikrogramm täglich bereits vor und in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft. Für genauere Referenzwerte verweist das BfR auf die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE).

Laut dem BfR sei die Folat-Versorgung Erwachsener in Deutschland grundsätzlich gut. Frauen im gebärfähigen Alter erreichten aber bei Weitem nicht die nötigen Werte, um das Risiko für die Entstehung von Neuralrohrdefekten beim Kind zu vermeiden. Die Fehlbildung ist auch als „offener Rücken“ oder Spina bifida bekannt.

Ungeborene brauchen Jod für das Wachstum

Jod wird zum Aufbau von Schilddrüsenhormonen benötigt. Diese sind unter anderem für das Wachstum und die gesunde Entwicklung von inneren Organen, Nervensystem, Kreislauforganen und Muskulatur des Kindes notwendig. Laut der DGE steigt der Jodbedarf bei Schwangeren auf 220 Milligramm pro Tag. Das BfR rät Schwangeren, die Jodversorgung mit ihrer Frauenärztin oder ihrem Frauenarzt abzuklären. Selbst bei jodreicher Ernährung kann die Einnahme von 100 bis 150 Mikrogramm Jod täglich sinnvoll sein. 

Nahrungsergänzungsmittel zurückhaltend einnehmen 

Grundsätzlich gilt Vorsicht bei der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, frei verkäuflichen Arzneimitteln oder „harmlosen“ Naturpräparaten. Denn häufig wird nicht untersucht, wie sich manche Inhaltsstoffe auf Schwangere und das ungeborene Kind auswirken. Besser ist es, sich in der Arztpraxis oder der Apotheke zu informieren. Denn diese beraten auch zu weiteren Nährstoffmängeln: Manche Schwangere sind mit Eisen, Vitamin A oder E unterversorgt.

Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung

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